Peak Oil und Grundeinkommen oder: Alles eine Frage des Systems

Ich bin ja durchaus ein Freund der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens mit allen potenziellen positiven Effekten.
Aber darüber will ich jetzt garnicht im Detail reden.
Die Frage ist jetzt: bringt die Umsetzung dieser Idee überhaupt noch etwas?
Viele bemerken langsam aber sicher, dass das bestehende System nicht funktionieren kann.
Weder das Finanzmarktsystem noch das Wirtschaftssystem.
Weder unendliches Wachstum mit beschränkten Ressourcen, noch die Erschaffung von (Fiat-)Geld ohne realen Gegenwert und Beibehaltung von Zins und Kredit.
Nun gibt es wie ich finde (aber darüber lässt sich streiten) immer drei Zustände auf Systemebene.
1.) das System funktioniert einigermaßen – und man muss nichts ändern
2.) das System funktioniert nicht – und man versucht es anzupassen (Evolution/Reformierung)
3.) das System funktioniert nicht – und man bricht mit dem alten und baut ein neues System (Revolution)
Wenn das jetzige Finanzmarkt- und Wirtschaftssystem zusammenbricht – und die Anzeichen dafür mehren sich erschreckend – dann bringt mir auch ein Grundeinkommen nichts – erst recht nicht finanziert mittels Konsumsteuer.
Schließlich funktioniert dieses nur unter der Prämisse, dass zumindest die wesentlichen Grundzüge des Systems funktionieren.
Nun habe ich ein ähnliches Problem, welches ich zum Beispiel bei der Beantwortung von manchen Umfragen habe.
Wenn dort etwa steht „stimmen sie zu, dass der Hartz IV Regelsatz zu niedrig ist?“, dann fällt mir eine Beantwortung schwer.
Denn mir ist nicht nur der Satz zu gering, nein, das gesamte System „Hartz IV“ ist Murks und gehört sofort auf den Müll.
Dass wir uns nicht falsch verstehen: eine Grundsicherung war sicherlich keine schlechte Idee, aber die Umsetzung war und ist katastrophal.
Die Frage nach einem Detail eines Systems zu beantworten, während man das übergeordnete System für untauglich und ineffektiv hält, ist schwer.
Was also tun?
Mit ja antworten, weil eine Systemänderung in zu weiter Entfernung steht?
Letztlich wieder die Frage: Spatz in der Hand oder Taube auf dem Dach?
Peak Oil – also das eigentliche Thema meiner kleinen Gedankenniederschrift hier – ist aber letztlich Fakt. Ich weiß: einige Skeptiker rollen jetzt wieder mit den Augen. Mir wurscht.
Diese Wirtschaftsleistung kann nicht mehr lange aufrecht erhalten werden.
Man muss sich auch nicht die Frage stellen, womit man das Öl ersetzen kann, damit alles seinen gewohnten Gang weitergehen kann.
Das geht nämlich nicht.
Das Energieäquivalent vom über Jahrmillionen Jahre entstandenen Erdöls und Erdgases kann ich mit nichts auf diesem Planeten 1:1 ersetzen.
Da bringt auch eine Augenwischerei/ein Greenwashing wie Biosprit nichts.
Selbst wenn man ganz Deutschland von Flensburg bis Garmisch planieren und mit Mais bepflanzen würde – selbst dann würde es nicht reichen um den jetzigen Bedarf Deutschlands nach Benzin, Diesel, Heizöl, Erdgas und Strom zu decken.
Daher die Frage: was tun?
Darauf hoffen und warten, dass die Kernfusion vielleicht eines Tages doch auf Erden funktioniert? Ich fürchte soviel Zeit haben wir nicht.
Da letztlich alle Ressourcen endlich sind – mit Ausnahme der Sonnenenergien (zumindest im menschlichen Maßstab, denn auch die Sonne lebt nicht ewig), wird man die gesamte Wirtschaft (wieder!) darauf ausrichten müssen.
Das bedeutet für uns, wir müssen eine Liste machen, mit Dingen die wir zum Überleben brauchen und die Wirtschaftsleistung dahingehend umschwenken – alles andere ist erst einmal Luxus.
Keine nutzlosen Güter mehr herstellen. Energie einsparen, wo es eben geht.
Nachhaltig und langfristig wirtschaften – auch wenn das mittlerweile etwas abgedroschen klingt. Letztlich bedeutet das auch: sich angucken, wie es früher gemacht wurde und das als Grundlage nehmen – und vielleicht mit Erkenntnissen von heute optimieren.
Produkte so anlegen, dass sie sehr (!!) lange haltbar sind und nach dem Ende ihrer Nutzbarkeit entweder vollständig biologisch abbaubar sind – oder zu 100% wiederverwendbar.
Vor allem muss man aber wieder weg davon, persönlichen Profit über alles zu stellen und möglichst schnell möglichst viel aus einer Unternehmung herausholen zu wollen.
Energie und Ressourcen kann man sicherlich in den drei großen Sektoren Verkehr, Landwirtschaft und Wärmeerzeugung am schnellsten einsparen.
Diesbezüglich hatte ich ja bereits Vorschläge unterbreitet.
Man könnte bspw. beim Errichten von neuen Gebäuden Passivhausstandards zur Pflicht machen.
Ebenso eine dezentrale Stromversorgung der Häuser. Jeder Neubau und nach und nach jedes bestehende Haus müsste umweltfreundlich isoliert werden und zumindest einen Großteil des Eigenenergiebedarfs selbst decken. Stichwort: Autarkie.
Die Landwirtschaft muss schnellstmöglich wieder zu ihren Wurzeln zurück – weg von Monokulturen und Maximalerträgen, welche nur durch intensive und vor allem energieintensive (also durch Erdöl) Bodenbearbeitung möglich ist.
Keine Monokulturen, keine Kunstdünger, keine Pestizide, keine Antibiotika, keine Hybridsamen, keine Gentechnik. All das schafft nur enorme Abhängigkeiten.
Man muss das Wissen darum, wie man die Scholle vor Ort bearbeiten kann, wieder stärken.
Zum Thema Verkehr hatte ich mich auch bereits geäußert.
Schlussendlich muss es wieder auf mehr Dezentralität und langsameres Vorankommen hinauslaufen.
Sprich: alles was ich vor Ort brauche, muss auch vor Ort produziert und gebraucht werden.
Ich weiß, das ist in einem ressourcenarmen Land wie Deutschland schwer.
Man kann nicht mal eben im Garten nach Bauxit graben und sich sein Aluminium selbst herstellen, um damit sein Fahrrad selber zu bauen.
Aber alles was hier vor Ort machbar ist, muss auch vor Ort gemacht werden. Und mal eben in den Urlaub nach Neuseeland? Das gibt es auch nicht mehr.
Es muss nicht alles und jeder immer um die halbe Welt geschippert oder geflogen werden.
Man kann auch gerne mal etwas anderes als Rohstoffe oder Halbfertigwaren über die Ozeane schippern. Handel treiben könnte man auch durchaus mit fertigen Waren.
Zum Beispiel werden Shrimps aus der Nordsee gefischt, nach Marokko geschippert, um dort gepult zu werden – nur um dann wieder in Deutschland verkauft zu werden.
Viele Beladungen dieser Ozeanriesen und Jumbojets sind ohnehin reiner, überflüssiger Luxus.
Bspw. Schnittblumen aus Kolumbien oder Gen-Soya aus Argentinien für unsere Massentierhaltung.
Eben diese darf es dann auch nicht mehr geben. Warum die Tiere mästen und diese essen, wenn man die Futtermittel direkt selber essen kann? Nur weil Fleisch gut schmeckt?
Ich glaube, dass wir den kompletten Zusammenbruch zumindest unserer lokalen Wirtschaft wenigstens weicher werden abfedern können, wenn wir jetzt sofort mit dem Umbau unserer Wirtschaft und dem Hinterfragen unserer Einstellung beginnen – sonst werden wir wohl bald von den Ereignissen überrollt. Dabei können wir auch nicht warten, bis die Staatengemeinschaft kollektiv zur Vernunft kommt. Solange haben wir wirklich nicht Zeit.
Auch wenn diejenigen, welche vom jetzigen System sehr hohen persönlichen Profit abbekommen, einiges dagegen haben dürften.
Wir fahren gerade mit einem, zugegebenermaßen schicken, Sportflitzer mit 180 auf einen Abgrund zu.
Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder wir legen eine Vollbremsung hin und reißen das Steuer herum – und können zumindest aus dem Auto springen, bevor es im Abgrund zerschellt.
Oder wir machen die Augen zu und treten vielleicht sogar nochmal aufs Gas.
Ich für meinen Teil würde lieber mit ein paar Schrammen und vielleicht einer Gehirnerschütterung vorher raus springen.
Der freie Fall mag durchaus ein erhebendes Gefühl sein.
Aber irgendwann ist auch dieser zu Ende.
Aber mal wieder weg von schlechten Metaphern. 😉
Dieses Wirtschaftssystem kann einfach nicht funktionieren.
Es ist schlichtweg ein System welches auf Grenzenlosigkeit setzt, welche es aber naturbedingt nicht gibt.
Je eher wir das begreifen und etwas dagegen tun, desto besser. Wenn wir also demnächst wieder in den Massenmedien – sofern wir diesen denn überhaupt noch irgendetwas glauben – von Wirtschaftswachstum und Umsatzrekorden lesen und hören, dann kann ich nur hoffen, dass immer mehr Menschen sich fragen „und? was bringt das?“.

Kapitalismus, Grundeinkommen, Konsumsteuer – und was soll das alles überhaupt?

Der folgende Blogeintrag erhebt keinen Anspruch auf Logik, einen guten Zusammenhang, journalistische Recherche – oder was auch immer.
Ich will einfach nur mal meine Gedanken loswerden.

Die Idee hinter dem Grundeinkommen ist ja, dass jeder die minimalen menschlichen Bedürfnisse befriedigen können soll.
Jeder soll die Möglichkeit haben am sozialen Leben partizipieren zu können.
Zudem auch am politischen Leben.
Zu diesen Grundbedürfnissen zählen hierzulande natürlich grundlegende Bedürfnisse, aber auch solche, welche es andernorts vielleicht so nicht gibt.
Elementar sind: ein Dach über dem Kopf, Wasser, Nahrung, Kleidung, Bildung.
Dann noch Strom, Telekommunikation, grundlegende Versicherungen, eine gewisse Mobilität. Das würde ich zumindest behaupten wollen.

Und die Idee hinter der Konsumsteuer lautet ja, etwas salopp zusammengefasst: eine Steuer, die jeder zahlen muss und der man nicht entfliehen kann.
Zudem wird mit einer Konsumsteuer auch maschinelle Arbeit besteuert – während gerade ja die Hauptabgabenlast auf der menschlichen Erwerbsarbeit liegt.
Und gerade diese menschliche Erwerbsarbeit möchte man als Unternehmer ja gerne ausmerzen. Schließlich sind die Löhne in aller Regel die höchsten Ausgabeposten.

Aus der Naturwissenschaft wissen wir (was aber auch mit elementarer Logik schon deutlich wird): je komplizierter ein System, desto fehleranfälliger wird es.
Fakt ist, dass ein Staat eine Einnahmequelle benötigt, um seine Ausgaben zu finanzieren.
Was gegenwärtig gemacht wird (so zumindest mein Eindruck): man sucht sein Heil im Detail.
Für jeden noch so unwahrscheinlichen Einzelfall wird versucht Regeln und Gesetze aufzustellen.
Es wird also immer komplizierter. Währenddessen bleiben viele Schlupflöcher offen.
Mit Gerechtigkeit hat dies nichts zu tun.
Aus einem solch komplizierten System zieht nur derjenige einen Vorteil, der das System versteht oder jemanden bezahlen kann, der sich damit auskennt, oder jemanden bezahlen kann, der für ihn das System ändert.
Allein schon aus diesem Grunde wäre eine Vereinfachung dringend geboten.
Immer noch mehr Vorschriften kann nicht der Weg sein.
Das deutsche Steuersystem ist bereits heute das komplizierteste der Welt.
Die gesamte Finanzverwaltung des Staates verschlingt über 10 Milliarden Euro jedes Jahr.
Insofern wäre eine (Haupt-)Steuer über alles, also alle produzierten Waren und Dienstleistungen und Importe und evtl. ein paar kleinere regulative Steuern (CO2-Steuer, Wasserverbrauchssteuer, Finanztranskationssteuer, …) doch gar keine so schlechte Idee.
Damit könnte man nicht nur den Finanzapparat zusammenstreichen.
Man hätte den gewaltigen Vorteil, dass dieser Steuer niemand (unter Normalbedingungen)entfliehen kann.
Jeder Mensch muss ständig konsumieren – und seien es auch nur die elementaren Grundbedürfnisse.
Und damit man nicht einfach Produkte aus dem Ausland importiert müssen auch Importe besteuert werden.
Mit einer solchen Steuer würde jeder ganz nach Höhe seines Einkommens – also ganz nach seinen Kräften – die Ausgaben des Staates mittragen.
Und wenn jemand von seinen 250€ Lebensmitteln die Hälfte Steuern bezahlt oder ob sich ein (finanziell) gut gestellter Mensch einen Ferrari kauft und davon die Hälfte an Steuern an den Staat geht, dann empfinde ich das System durchaus als gerecht.
Schließlich ziehen letztlich alle einen Nutzen aus den Angeboten des Staates.
Wirklich gerecht kann es dabei nicht zugehen – sonst müsste für jeden einzelnen die Steuerlast gesondert berechnet werden – also noch komplizierter.
Man könnte auch darüber nachdenken, ob es verschieden hohe Sätze gibt.
Bspw. ermäßigte Sätze auf grundlegendes und erhöhte auf Luxusgüter.
ABER:
Und hier kommt das Problem …
Ein solches System würde natürlich auch nur bei ständigem Konsum und bei hoher Konsumrate funktionieren.
Aber eben das wird ja so nicht ewig weiter funktioneren.
Stichworte sind hier: Ressourcenknappheit und Bevölkerungswachstum.
Wie kann man dieses Problem lösen – und das ohne die Grundregeln des Kapitalismus zu missachten.
Zynisch zusammengefasst lautet die Grundregel: mehr, noch mehr, immer mehr.
Das kann auf Dauer nicht funktionieren.
Ohnehin stellt sich mir die Frage: wozu das alles eigentlich?
Was bringt mir ständiges Wachstum? Was bringt es mir, wenn das BIP ständig wächst – und genau das wird ja allenthalben als Ziel definiert.

Auf welches Ziel arbeiten man hin?
Ich kann gerade beim besten Willen kein Ziel erkennen.
Und hier kann wohl kaum die Devise ausgegeben werden „der Weg ist das Ziel“.
Wozu braucht man ständiges Wachstum und immer mehr Konsumgüter? Während einige im Luxus leben und garnicht mehr wissen wohin mit dem Geld, hungern ~ 1.000.000.000 Menschen. (Ich möchte auch hier gerne einen Satz einbauen: „Man kann Geld nicht essen“.)
Ursprünglich war das Ziel klar:
Jedem Menschen ein menschenwürdiges (Über-)Leben ermöglichen.
Befreien von harter Arbeit, Zeit für andere Dinge ermöglichen, Kindern das (sichere)Überleben sichern.
Daraus ergab sich dann irgendwann die Arbeitsteilung, jeder spezialisierte sich auf einen Teilaspekt und erbrachte in seinem Bereich Leistung für andere.
Heute arbeiten die allerwenigsten Menschen für sich selbst.
Jeder arbeitet für andere.
Soweit ist dies ja auch nichts schlimmes.
Aber welchem langfristigen Ziel soll dies dienen?

Für mich sind Gundeinkommen und Konsumsteuer auch nur mittelfristige Lösungen.
Quasi eine Optimierung des bestehenden kapitalistischen Systemes.
Man sieht, dass das bestehende System nicht funktioniert und auf dem Weg zur Selbstzerstörung ist – welche sich dann entweder in einem lauten Knall verabschiedet (Stichwort Weltwirschaftskrise) oder gar in kriegerischen Konflikten.
Und da man es nicht soweit kommen lassen möchte, sucht man nach einer Möglichkeit das System zu optimieren, Altlasten zu entsorgen und den Begebenheiten anzupassen.
Letztlich wird auch dies nicht die Generationen überdauern.
Es ist heute eine gute Idee mit der man viele Probleme lösen könnte.
Aber ähnlich wie auch Bismarks Rentenversicherungssystem damals (vor 110 Jahren) eine gute Idee war, welche heute (unter den gegebene Bedingungen) schlicht ausgedient hat, so wird auch das Grundeinkommen nicht ewig währen können.

Letztlich muss man sich fragen, was man will, wie man leben will und wie man sich die Zukunft vorstellt.
Und meiner Meinung nach kann der Kapitalismus da nicht die Antwort sein.
Eher schon eine (wirkliche!) soziale Marktwirtschaft.
Aber auch das stellt noch lange nicht das Optimum dar.

Als optimal (oder besser so gut wie möglich) stelle ich mir eine Gesellschaft vor, welche auf Geld verzichtet und in der jeder alle Freiheiten genießt, die er möchte.
Jeder stellt die Fähigkeiten, die er besitzt der Gesellschaft zur Verfügung.
Man arbeitet nicht um seiner selbst willen, sondern um die Gesellschaft voran zu bringen.
Und wenn alle sich gegenseitig zuarbeiten, dann hat auch jeder etwas davon.
Ressourcen werden intelligent und sparsam eingesetzt, jeder kann am Wissen/Know how partiziperen und Fortschritte werden geteilt.
Ebenso versucht man aber auch nicht, naturgegebenes auf Teufel komm raus zu ändern (als Beispiel: Gentechnik).

Ich weiß, ich weiß: das klingt jetzt sehr stark nach dem Gesellschaftsmodell aus Star Trek. 😉
Aber ohne Scherz: so blöd ist das System doch auch nicht.

Bis dahin – und ich bin fest davon überzeugt, dass das so kommen wird – ist es noch ein weiter Weg.
Auf dem Weg wird garantiert noch einiges ausprobiert werden – evtl. auch wieder schreckliche Wirrungen wie der Nationalsozialimus.

Natürlich immer unter der Prämisse, dass man so klug war, sich nicht gegenseitig auszurotten.

Warum bin ich eigentlich bei so vielen (Hilfs-)Organisationen?

Warum bin ich eigentlich bei so vielen (Hilfs-)Organisationen?
Das Frage ich mich auch manchmal.
Gegenwärtig bin ich bei folgenden Organisationen (zahlendes) Mitglied.

  • NaBu
  • Greenpeace
  • BUND
  • Campact
  • Die Grünen
  • Netzwerk Grundeinkommen
  • reset.to
  • WWF

(Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge)

Im Jahr sind das so etwa 400-500€ an Geldern, die an Mitgliedsbeiträgen und Spenden rausgehen.

Für mich als Geringverdiener ist das durchaus viel Geld.

Andererseits: bei Lichte betrachtet ist das ja nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Vielfach geht wahrscheinlich die Hälfte meiner Kleinstbeträge direkt für die Verwaltung und den Schriftverkehr drauf. Ich würde auch gerne mehr geben – aber das lässt mein Budget einfach nicht zu.

Nun die Frage: warum mache ich das eigentlich? Zur „Masse“ der Organisationen: Ich kann mich schlicht nicht entscheiden. Irgendwie ist ja alles wichtig. Und welche der Gruppen soll ich nun voll unterstützen?

Letztlich ist vielleicht auch eine gewisse Diversität wichtig. Schließlich kümmern sich alle um verschiedene Aspekte im Bereich Naturschutz und Soziales.

Und warum größtenteils Umwelthilfeorganisationen? Ich vergleiche die Umwelt gerne mit einem Ast, auf dem wir sitzen – und den wir zu 3/4 durchgesägt haben. Ich bin der Meinung, dass wir zunächst das bisschen, was noch da ist, bewahren müssen.

Das könnte man natürlich auch erreichen, indem man die Menschen aufklärt, ihre Situation verbessert und ökologisches Bewusstsein verbreitet. Aber dieser Weg dauert einfach deutlich länger. Bis dahin ist wahrscheinlich nichts mehr da, was man irgendwie retten könnte. Umweltschutz ist einfach etwas, um das man sich erst kümmert, wenn man sonst kaum größere Sorgen hat.

Zum anderen gibt es mir ein gutes Gefühl vielleicht doch ein bisschen mitzuhelfen zu können die Situation zu verbessern. Auch wenn es rein finanziell betrachtet nicht viel bringen mag.
Dann komme ich mir auch ein Stück weit weniger überflüssig vor.
Wenn man durch sein Handeln dazu beitragen kann, dass es anderen ein kleines Stückchen besser geht, ist das durchaus ein erbauliches Gefühl – für mich zumindest.

Viele gehen da einen viel direkteren Weg, indem sie sich vor Ort mit ihrer Arbeitskraft und Kreativität für Dinge einsetzen.
Aber da ich einfach nicht über entsprechendes Fachwissen oder Kreativität verfüge und auch bspw. bei der Jugendarbeit oder was auch immer eher Fehl am Platze wäre, bleibt mir nur die finanzielle Komponente.

Hinzu kommt natürlich, dass ich mir einbilde durch meine vegane (größtenteils Bio-)Ernährung, Verzicht auf eigenes Auto, möglichst wenig ÖPNV und Verzicht auf Flugreisen, etc. auch einen kleinen Beitrag zu leisten.

Auch das ist nicht die Welt – ich weiß – aber doch irgendwie besser, als gar nichts.

Das ist ja ENORM!

Seit einigen Monaten gibt es ein neues Wirtschaftsmagazin – namens Enorm.

Aber im Vergleich zu den gefühlten 500 anderen Wirtschaftsmagazinen hat Enorm einen anderen Fokus.

Das Magazin, welches gerade in der zweiten Ausgabe heraus gekommen ist, befasst sich mit Social Business und Nachhaltigkeit – auch ökologischer Nachhaltigkeit.

Hier geht es nicht um Daytrading, kurzfristige Rendite, wie ich möglichst viel Geld irgendwo heraus quetsche oder wie ich am effektivsten das Finanzamt bescheiße.

Es geht hier darum einen möglichst großen Nutzen für alle Beteiligten zu erzielen, möglichst nachhaltig zu wirtschaften und so wenig Schaden wie möglich anzurichten.

Und das alles unter der Prämisse trotzdem Geld verdienen zu können und zu dürfen.

Das Abo ist nicht eben billig, es kostet immerhin 7,50€ für eine Ausgabe. Es gibt über das Jahr verteilt 4 Ausgaben.

Für Studenten, Azubis, Rentner und Hartz 4 Empfänger gibt es einen ermäßigten Satz von 5€ pro Ausgabe.

Darüber hinaus gibt es auch eine englische Variante des Magazins, wem diese Sprache mehr zusagt.

15% der Einnahmen aus dem Abonnement-Geschäft werden in Projekte aus dem Bereich „ökosoziales Unternehmertum“ investiert.

Die nächste Ausgabe, auf die ich mich schon sehr freue, wird am 9.9.2010 erscheinen.

Interessante Themen gab es in den ersten beiden Parts viele.

Besonders hat mir, als einem Fan des Konzepts, natürlich der Artikel zum Bedingungslosem Grundeinkommen in der ersten Ausgabe gefallen.

Der Leitartikel zum Thema Mikrokredite und was sie wirklich bringen in der aktuellen Printausgabe, fand ich auch sehr informativ. Hätte nicht gedacht, dass es so wenig bringt.

Alle interessanten Artikel zu nennen würde hier glatt den Rahmen sprengen.

Das beste ist ihr schaut euch selbst mal an, was es mit Enorm auf sich hat. Dazu gibt es auf der Homepage einige Leseproben und viel mehr.

Insgesamt wie ich finde ein sehr gutes Magazin, welches zeigt, dass man auch sozial und ökologisch verträglich Geld verdienen kann.

Meine Gedanken zur bevorstehenden Bundestagswahl 2009

Diskussionen über die Bundestagswahl gibt es ja schon seit Monaten allerorten.

Da wird lustig über mögliche Koalitionen diskutiert, über Ampeln und Jamaika, über Überhangmandate, über Kanzlerkandidaten und vieles mehr.

Es wird häufig darüber gesprochen Schwarz-Gelb zu verhindern.
Viele wollen taktisch wählen – Hauptsache nicht Schwarz-Gelb.

Nun ich muss gestehen: ich bin auch weiß Gott kein Freund von Schwarz oder Gelb.

Die Schwarzen sind mir viel zu konservativ und rückwärtsgewandt – zudem absolut lernresistent und reformfeindlich und zu stark auf die Interessen einiger Lobbys ausgericht, als auf das Wählerwohl.
Die Gelbe Philosophie von kompletter Liberalität und Deregulierung passt mir auch nicht in den Kram.
Meiner Meinung nach ist diese fehlende Regulierung überhaupt erst der Grund für die jetzige Krise gewesen – wieso um alles in der Welt sollte ich also FDP wählen wollen?
Und die gerne angebrachten Bürgerrechte bei der FDP gehen erfahrungsgemäß als erstes über Bord.

Die Piratenpartei ist ja besonders bei jungen Männern, die sich dem Internet zugetan fühlen, beliebt.

Die Partei gefällt mir von ihren Grundansichten schon einmal ganz gut.
Es wird in Diskussionforen sehr oft bemängelt, dass man eine solch kleine Partei – zudem ohne umfassendes Parteiprogramm – nicht wählen könne.
Dem kann ich nur entgegnen: jede Partei hat klein, sehr klein angefangen.
Die SPD vor Urzeiten mit Arbeiterrechten und die Grünen mit dem Waldsterben.
Aber gemausert haben sie sich doch. Das wird auch die Piratenpartei durchleben. Bleiben sie weiterhin beliebt, dann werden sie ihre Positionen zu anderen Themen finden und ihr Parteiprogram ausbauen (müssen).
Aber das geht natürlich nicht von heute auf morgen.

Die Linken haben auch einige Positionen, die ich gut nachvollziehen kann. Aber dann wieder gibt es auch Punkte, die an ihnen kritisiert werden, die ich nachvollziehen kann.
Es wird auch gerne von politischen Gegnern die „SED-Nachfolgepartei“-Keule geschwungen.
Das erinnert mich immer ein wenig – und dann muss ich schmunzeln – an die Kommunismuskeule der US-Amerikaner.

Da kann man ja auch bis heute jeden fertig machen, wenn man ihn irgendwie in die Nähe der Kommunsisten rückt 😉
Und bis heute haben die Amis kein gescheites Gesundheitssystem, weil immer und immer wieder die Kommunismuskeule erfolgreich geschwungen wurde.

Die ganzen rechten Parteien, also DVU, NPD, REP, sind für mich einfach nur ein sehr, sehr schlechter Scherz.
Darüber brauchen wir gar nicht reden.
Selbst wenn ich mit der Gesamtsituation unglaublich unzufrieden wäre, würde ich die nicht wählen.

Aber ich sehe durchaus, dass sich die Geschichte wiederholen kann.
Es muss nur mal wieder eine schöne, große Massenarbeitslosigkeit geben – und schwups bekommen die wieder Zuspruch wie nichts Gutes.
Und Schuld an allem ist natürlich der böse Ausländer.

Die SPD hat in den letzten Jahren viel falsch gemacht und schlicht und ergreifend gegen die Interessen ihrer Wählerschaft gehandelt.
So etwas kann natürlich nicht gut gehen.
Zudem nehme ich es Ihnen mehr als übel, dass sie sich an der Brandrodung der Bürgerrechte mit Eifer beteiligt haben.
Von CDU Schergen, wie Schäuble und von der Leyen ist man ja ohnehin nichts anderes gewohnt.
Aber das die SPD ohne Not dort mitgemacht hat, macht sie für mich unwählbar.

Die Angriffe auf das Grundgesetz und die Bürgerrechte machen für mich die CDU natürlich zusätzlich unwählbar.
Unter dem gerade nach aktueller Lage übergestreiften Deckmantel – mal ist es der Terrorismus, mal ist es Kinderpornographie, dann ist es wieder die rechte Gewalt – wird dort beschnitten und abgeschafft, verwässert und aufgeweicht, was nur geht.

Wochenlang überschlugen sich ja auf Nachrichtenseiten Forderungen hochrangiger CDU- aber auch SPD-Politiker nach immer härterer Gangart. Immer neue und immer abstrusere Ideen wurden da in die Mikrofone entleert.

Ich glaube wirklich zufrieden werden diese Personen nie sein.
Selbst wenn jeder einen Ortungschip unter der Haut hat und an jeder Ecke 20 Kameras hängen nicht.

Ich frage mich dann gerne mal, wie man überhaupt solch eine Meinung vertreten und das gesamte eigene Volk kriminalisieren kann.
Das ist doch schon keine Inkompetenz mehr – das muss doch böswilliger Vorsatz sein.

Es wundert mich ja, dass der Verfassungsschutz nicht schon ganze Etagen in diversen Parteizentralen angemietet hat.

Interessant, ich habe es an anderer Stelle bereits mehrfach erwähnt, finde ich den Ansatz, den das bedingungslose Grundeinkommen bietet.
Wirklich aufgenommen wurde diese Idee aber seltenst.
Die Violetten haben sie im Parteiprogramm stehen und auch andere kleine Parteien gehen damit hausieren. Aber das alleine bewegt mich noch nicht, sie zu wählen – zumal ich mit mit einigen anderen Punkten bspw. im violetten Parteiprogramm nicht klar komme.
Was bitte ist denn mit Spiritualität gemeint? Wenn ich so etwas höre, verfalle ich direkt in eine ablehnende Haltung mit verschränkten Armen.

Stichwort Parteiprogramme.
Ich finde es ja immer wieder interessant, dass manche Leute ihr Kreuzchen bei dem Kandidaten machen, der „am besten aussieht“.

Ich bin ja der Meinung, dass man nach den Inhalten der Partei wählen sollte.
Die Spitzenkandidaten sind dabei für mich höchstens sekundär.

Ich wähle eine Partei nach dem Grad der Übereinstimmung mit meiner Sicht der Dinge.

Daher wähle ich die die Grünen. Ich habe einen derart hohen Deckungsgrad mit den Ansichten und Ideen, dass ich auch vor einiger Zeit direkt Mitglied geworden bin.

Vor allem eine gescheite Umweltpolitik liegt mir am Herzen. Und dabei gibt es keine Alternative zu den Grünen – zumindest keine, die ich erkennen könnte.

Ich vergleiche die Umwelt immer sehr gerne mit einem Ast, auf dem wir sitzen. Dummerweise ist der Ast aber schon zu 80% durchgesägt.
Und ich traue nur den Grünen zu, dort schnell wieder die Sägestelle zu kitten – sonst heißt es: es freier Fall !

Bei den Grünen gefällt mir sehr viel.

Das heißt natürlich im Umkehrschluss auch, dass ich nicht mit allem einverstanden bin, was Mitglieder der Partei an Aussagen tätigen oder durch ihr Abstimmungsverhalten zum Besten geben.
Gerne wird der Parteispitze angekreidet, dass sie für den Afghanistaneinsatz gestimmt haben und Mitschuld an Hartz IV tragen.
Natürlich passt mir das nicht in den Kram.
Aber soll ich deshalb jetzt aus Protest die CDU wählen?!
Mal davon abgesehen dass taktisch wählen und Protestwahl in meinen Augen ohnehin Murks sind.

Man sollte doch bei der Partei bleiben, bei der man seine Ideen am besten verwirklichen kann.
Dass es nicht immer so läuft, wie man das haben möchte, sollte klar sein.

Sonst müsste jeder einzelne Bundesbürger seine eigene Partei aufmachen 😉

Politik – und Demokratie insbesondere – besteht grundsätzlich immer aus Kompromissen.
Erst recht, wenn man in der Regierung als schwächerer Koalitionspartner tätig werden will.

Mir ist es allemal lieber, man kann regieren und 20% seiner Ideen einbringen, als dass man in der Opposition sitzt und ~0% umsetzen kann.
Das sehe ich nicht als Verrat oder dergleichen an – das ist reiner Pragmatismus. Da muss man realistisch bleiben, finde ich.
Wobei auch das nicht heißen soll, dass man auf Teufel komm raus immer mitregieren muss, ohne Rücksicht auf Verluste.
Aber wenn man die Chance sieht mitzuregieren – warum sollte man sie nicht nutzen?

Unter dem Strich werde ich also so lange bei den Grünen bleiben, wie ich mich bei Ihnen gut aufgehoben fühle.

Mir gefällt die Umweltpolitik, die nachhaltige Wirtschaftspolitik auch, die Sozialpolitik kann ich auch mittragen,
die Bildungspolitik finde ich auch unterstützenswert.

Wenn sie jetzt noch die Idee des Grundeinkommens populärer machen, bin ich noch deutlich glücklicher 😉

Zum Schluss noch eine Bitte an Euch:
Wählt nicht taktisch oder aus Protest.
Geht wählen und wählt die Partei, die euren Vorstellungen am besten gerecht wird.

Und gebt bitte nichts auf den Wahl-o-mat.
Dort kommt auch gerne mal bei eigentlich links eingestellten NPD heraus oder solche Scherze.
Den Wahl-O-Maten kann man mal spaßeshalber nutzen.
Mehr aber auch nicht!

Prof. Bernd Senf – Volkswirtschaftliche Zusammenhänge und Konsequenzen der Wirtschftskrise

Ich wurde auf der Seite Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen auf eine Vortragsreihe von Prof. Bernd Senf aufmerksam.

In seinen Vorträgen geht es um Volkswirtschaftliche Zusammenhänge, Geldschöpfung, die Problematik der Zinsvergabe und ähnliche Themen.

Wurden derartige Überlegungen früher schlicht nicht ernst genommen und deren Verbreiter belächelt, gibt es im Zuge der Wirtschaftskrise einen wesentlich größeren Nährboden dafür – und die Bürger sind offener für alternative Ideen.

Ich habe mir einmal den dritten Vortrag angesehen. Dafür sollte der geneigte Zuseher jedoch etwas Zeit mitbringen, dauert der Vortrag doch stolze drei Stunden 🙂

Prof. Senf geht in seinem Vortrag auf mögliche und notwendige Verbesserungen des bestehenden Geldschöpfungs- und Zinssystemes ein – bspw. durch das einführen einer Umlaufsicherungsgebühr.

Im Laufe des Vortrages erfährt man auch sehr viele geschichtliche Hintergründe in Bezug auf Entstehung von Geldkreisläufen, von Banken und historischen Geldsystemen.

Für mich als Nicht-Volkswirt war der Vortrag sehr leicht verständlich und die Hintergründe und Zusammenhänge äußerst interessant.

Sehr vieles davon wusste ich bislang nicht und über vieles war ich doch sehr überrascht.

Wer ein wenig Zeit hat, dem kann ich das Video wärmstens empfehlen.

Bei Gelegenheit werde ich mir auch die anderen Vorträge ansehen.