CDU – reiner Markenname?

Politik, so traurig es auch ist, verkommt zusehends zu einer Ware, die gnadenlos dem Marketing unterworfen wird.

Es gibt PR-Berater, die das Styling der Kandidaten überwachen, ebenso kurze wie inhaltslose Wahlplakat-Slogans entwerfen und ganze – ebenso inhaltsleere – Reden oder gar Parteiprogramme (mit-)entwerfen.

Damit meine ich wirklich alle größeren Parteien.

Aber bei manchen Parteien, allen voran der CDU, wird schon im Namen klar, dass es wirklich nur noch reines Marketing ist.

Denn, sind wir mal ehrlich, was heißt eigentlich CDU? Christlich Demokratische Union.

Aber: von Christlichkeit, also „Liebe deinen Nächsten“, ist wenig zu spüren. Eher schon alle(s) für mich und Gott für den Rest. 😉

Demokratisch … naja, davon merke ich auch nichts. Erst recht nichts Basisdemokratisches. Stichwort -> „Basta-Politik“ oder „alternativlos“.

Und eine Union sind sie auch schon lange nicht mehr. Denn die Union, in der Nachkriegszeit als Bündnis aus mehreren Splittergruppen gegründet, gibt es de facto auch nicht mehr.

Selbst den eigentlich Kern der Partei, also die konservative, bürgerliche Ausrichtung, vermag ich nicht zu erblicken. Denn konservativ kommt von „conservare“, also etwa „erhalten“ oder „schützen“. Aber um den Erhalt der Schöpfung, um mal im christlichen Jargon zu bleiben, kümmert sie die CDU nicht unbedingt an vorderster Front. Böse Zungen könnten behaupten, man versuche in neuerer Zeit höchstens noch sein Bankkonto zu konservieren.

Um die bürgerliche Ausrichtung ist es auch nicht mehr gut bestellt. Heuer ist auch kaum noch abzugrenzen, wo die Grenze liegt zwischen gut betuchten, gut bürgerlichen, mittelständischen und dem „Proletariat“, also der untersten Einkommensschicht. Mit 1-Euro-Jobs und der Mithilfe von Arbeitsagentur und Co geht man schnellen Schrittes auf eine Zweiteilung der Gesellschaft hinaus. 10% Reiche und der Rest … kann sehen wo er bleibt.

Stellt sich die Frage warum die CDU nicht mal einen Namenswechsel anstrebt, wenn schon nicht mehr drin ist, was drauf steht.

Aber ein starker Markenname ist offenkundig viel mehr wert, als eine exakte Inhaltsliste 😉 Zur Not schreibt man irgendwo in die Ecke „neu“ oder „verbesserte Rezeptur“. Was bei Tütensuppen klappt …

Marketing ist ja universell.

Und wenn in (hausgemacht!) schlechten Zeiten seltsamerweise die Wahlergebnisse wieder nach oben zeigen, dann müssen wahrlich vorzügliche Marketing-Strategen am Werk gewesen sein. Am Inhalt kann es nicht liegen.

P.S. hier schwingt natürlich deutlich sichtbar eine stark zunehmende Unzufriedenheit mit der Parteienlandschaft und der Gesellschaft an sich mit. Das betrifft alle Parteien – aber eben die CDU zu vorderst.

Arrrhh! Und ne Bottle voll (Berliner) Rum

Glückwunsch an die Piratenpartei!

Von 0 auf etwa 9% ist eine stramme Leistung. Erst recht, wenn man nur einige wenige Kernthemen aufweist.

Bin wirklich gespannt, ob sie auf der Oppositionsbank positive Akzente werden setzen können.

Transparenz wird dringend benötigt, Datenschutz kann auch nicht zum Nachteil gereichen und direktere Demokratie wäre auch mal was Feines.

An dieser Stelle möchte ich es mir auch nicht nehmen lassen, meiner unverhohlenen Freude über das katastrophale Abschneiden der FDP freien Lauf zu lassen.

Oder um es anders auszudrücken: Na also! Es geht doch! Warum denn nicht gleich so!?

Was wäre das doch für eine schöne Sache, wenn wir die aalglatten, arroganten und immer auf den eigenen Profit fixierten Schnösel los wären.

Insofern: so long, und danke für gar nichts.

Bürgerrechte? Pöh, wer dran glaubt … Diese Versprechen und gute Vorsätze wurden regelmäßig als erstes über Bord geworfen. Somit hat die FDP als Partei der Bürgerrechte keine Existenzberechtigung.

Die etwa 1,8% (laut letzter Hochrechnungen) spiegeln dann auch etwa den Prozentsatz der sehr gut betuchten wieder.

Aber was rede ich? Meine Meinung über die FDP dürfte klar sein 😉

Hoffentlich wird die Piratenpartei ein wenig mehr Richtung Partei mit Vollprogramm gehen. Einige Kernkompetenzen sind sicher gut und müssen erhalten bleiben.

Aber nur mit 2-3 Kernthemen ist es mir persönlich doch noch zu wenig.

Viele Gebiete weisen weiße Flecken auf. Aber wie bereits gesagt, ich hoffe das wird noch.

Viele der Positionen sehe ich zwar bei denen Grünen auch vertreten, aber es kann nie schaden, wenn auch eine andere Partei ähnliche Ansichten vertritt und die Partei der Nichtwähler schrumpft.

Bevor ich mich zu sehr wiederhole: teu, teu, teu! Und passt euch bitte nicht zu schnell an. 🙂

Meine Petition zum Umgang mit Münzgeld ist gescheitert

Vor einigen Monaten hatte ich eine öffentliche Petition auf der Petitionsseite von bundestag.de auf den Weg gebracht.

Darin hatte ich gefordert, dass Münzgeld – im speziellen von Privatbanken – unendgeldlich und ohne Gängelung (in Papier einrollen, Gebühren abführen, maximale Einzahlungsgrenzen, …) angenommen werden muss.

In der Argumentation verwies ich auf den Status als anerkanntes Zahlungmittel.

Die Petition wurde jedoch niemals veröffentlicht.

Bedingt durch meinen Umzug kam die Erklärung erst vor kurzem bei mir an.

Daraus möchte ich einmal zitieren:

ich komme auf ihre Eingabe […] zurück und darf Ihnen anliegend die dazu vom Bundesministerium für Finanzen angeforderte Stellungnahme mit der Bitte um Kenntnisnahme übersenden.

Danach ist gemäß §3 Abs. 1 Münzgesetz (MünzG) niemand verpflichtet, deutsche Euro-Gedenkmünzen im Betrag von mehr als 100 Euro bei einer einzelnen Zahlung anzunehmen. Erfolgt eine einzelne Zahlung sowohl in Euro-Münzen als auch in deutschen Euro-Gedenkmünzen, besteht keine Verpflichtung, mehr als 50 Münzen anzunehmen.

Weitergehende Regelungen hinsichtlich der Annahme von Geldmünzen, die über die vorbezeichneten gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen, können nach dem Grundsatz der Vertragsfreiheit zwischen Bank und Kunde frei gewählt werden.

Nach Prüfung aller Gesichtspunkte kommt der Ausschussdienst daher zu dem Ergebnis, dass Ihre Eingabe nicht den gewünschten Erfolg haben wird.

Oder mit anderen Worten: das ist eben so, Junge – finde dich damit ab!

Meine Petition zielte ja eben darauf ab, dass diese gängige Praxis zwar legal aber in meinen Augen illegitim ist.

Eine Petition, die darauf zielt eine m.E. unsinnige Gesetzgebung zu ändern, damit abzubügeln, dass man sagt das Gesetz sei eben so, erscheint mir äußerst fragwürdig.

Ich hege noch immer den starken Verdacht, dass dies auf Initiative der Privatbanken (vielleicht sogar mittels selbst verfassten Gesetzestextes) in geltendes Recht umgemünzt wurde.

Einfach in dem Bestreben möglichst geringe Kosten tragen zu müssen – oder gar den Bürger zum bargeldlosen Zahlungsverkehr zu nötigen.

Finde ich nach wie vor nicht in Ordnung.

Ich könnte ja verstehen, dass dies im Einzelhandel sinnvolle Anwendung findet. Einen PKW mit 1 Cent Münzen zu bezahlen stelle ich mir in der Tat wenig nutzbringend vor. Aber eine Bank? Die brauchen doch nur unentgeltlich einen Zählautomaten für Ihre Kunden hinstellen – Problem gelöst.

Mit elementarer Logik komme ich nur zu dem Schluss, dass wenn ein Staat Münzgeld in Umlauf bringt, ich dies auch uneingeschränkt nutzen können muss.

Aber unser Finanzsystem und auch die Gesetzgebung haben ja naturgemäß wenig mit der Realität zu tun und folgen einer eigener (völlig verqueren) Logik.

Oder um mich selbst zu rezitieren: Warum gibt es überhaupt Münzgeld, wenn es keiner annehmen will?

Subventionen – mal naiv betrachtet …

Irgendwie verstehe ich die Sinnhaftigkeit von Subventionen nicht. Vielleicht könnt ihr mir da ja weiterhelfen.

Einerseits heißt es ständig der Staat solle sich aus der Wirtschaft raushalten. Andererseits werden teilweise Geschäftsmodelle dahingehend optimiert, um irgendwelche Fördertöpfe anzuzapfen.

Was soll das eigentlich?

Mal ganz naiv betrachtet:

Warum soll ich jemandem Geld geben, damit er macht was ich will … wenn ich ihm auch verbieten kann, das zu tun, was ich nicht will? Das wäre doch mal das allseits (auch von mir) geforderte „Denken und Lenken“ des Staates in seiner Reinform.

Nach dem Motto „interessiert mich nicht, ob ihr Pleite geht, ich halte mich raus“.

Man möge mir jetzt bitte nicht mit Recht und Gesetz kommen oder mit „das ist halt so“.

Schließlich ist eine Rechtsordnung nicht von Gott persönlich auf Steintafeln per UPS-Bote gekommen und eine Wirtschaftspolitik kann man ändern.

Alles von Menschen ersinnte kann man ändern. Und wenn die Rechtsordnung dahingehend Murks ist … dann ändert man das! Und wenn die Wirtschaftspolitik (immer noch) Murks ist … dann ändert man die!

Der Subventionsdschungel ist mittlerweile so undurchsichtig geworden, dass es – man halte sich fest – Subventionsberater gibt, die Tag ein, Tag aus nichts anders machen, als Firmen zu beraten, wie sie welche Fördergelder einsacken können.

Da kann ich doch nur mit dem Kopf schütteln.

Bin ich der einzige, der das für dumm hält?

Dr. Hittich – Werbeflut ohne Ende?

Mein Vater hatte in irgendeiner Zeitung eine Anzeige zu einem „Präparat“ der Firma „Dr. Hittich“ gesehen und versprach sich davon selbstredend einiges.
Das „Präparat“ kam, war teuer – und die suggerierte Wirkung ließ auf sich warten.
Was es gebracht hat – neben dem finanziellen Verlust: Werbepost.
Und davon wöchentlich.
Eine Art Mischung aus Bestell-Katalog, Werbung und Anpreisung von (in meinen Augen) Wundertinkturen ohne für mich erkennbaren Mehrwert, welche laut Aufdruck 7,65€ regulär kosten soll.
Die Werbepost kommt in schöner Regelmäßigkeit.

Ich will es mal so formulieren: meine subjektive Einschätzung der Firma müsste ohne das Wort „seriös“ auskommen.
Stattdessen müsste ich dort eine Menge negativer oder negativ konotierter Adjektive platzieren, welche ich hier aus rechtlichen Gründen besser nicht niederschreiben sollte.
(Anmerkung meinerseits: derartige Firmen verfügen meist über hochbezahlte und unangenehme Rechtsanwälte).
Die Firma selbst hat ihren Sitz offenbar in den Niederlanden.
Die Adresse lautet (laut Aufkleber der Fläschchens):
Dr. Hittich Gesundheitsmittel, Roda-Ring, Kerkrade, Nl, bei Aachen.
Sollte mal jemand die (existierende?) Adresse aufsuchen, so halte ich es für nicht unwahrscheinlich, dass es sich dabei entweder um eine reine Briefkastenadresse handelt oder dort ein kleines Büro existiert, zu dem man aber keinen Zutritt erlangen dürfte.

Die „Service-Hotline“ 0800-1827728 ist zwar gebührenfrei, aber dennoch werde ich mich lieber mit einem Widerspruch per Einwurf-Einschreiben bei Ihnen melden.
Die deutsche „Kontakt“-Adresse lautet:
Firma Dr. Reinhard Hittich
Postfach 400234
40242 Düsseldorf

Ich bin immer wieder erstaunt, wie offensichtlich ein Rechtsstaat – oder auf EU-Ebene gleich mehrere angebliche Rechtsstaaten – versagt, wenn er dererlei Unternehmungen nicht stoppen kann.
Ebenso bin ich erstaunt, wie fokussiert Rechtssprechung und Politik auf die Interessen der Unternehmer sind, nicht jedoch auf den Schutz des Endkunden. Prinzipiell sind nämlich Weitergabe von Daten, als auch unerwünschte Zusendung von adressierter Werbepost nicht untersagt.
Dieser Endkunde hat letztlich wieder eine Menge Zeit, Geld und Nerven investiert, in der Hoffnung von der Werbeflut und unseriösen Anbietern verschont zu bleiben – ohne erkennbaren Erfolg.
Mit dem Einschreiben und der Bezahlung für ein „Präparat“, welches vorsichtig ausgedrückt die versprochene Wirkung nicht erzielt hat, hat dieses „Abenteuer“ bislang knapp 60€ verschlungen.

Ich denke ich behaupte nicht zuviel wenn ich sage, dass nach Abzug der Kosten für das „Präparat“, Verpackung, Versand und sonstiger anfallender Kosten noch genug Gewinn übrig bleiben dürfte für jede Menge weiterer Anzeigen in irgendwelchen Zeitungen und die postalische Versendung von Bestell-Katalogen – und selbstredend ein schnelles Beförderungsmittel des Firmeninhabers – um die Beschwerdebriefe aus dem Postfach schnellstmöglich abholen zu können.

Update:

Nach meinem Schreiben mit dem Widerruf und der Bitte, den Werbeterror einzustellen, kam seitens Dr. Hittich relativ zügig ein Schreiben.

Es enthielt sinngemäß den Rat mich doch auf der Robinson-Liste einzutragen.

Ich hab denen gesagt sie sollen uns nicht mit Werbung bombardieren und ich soll mich auf der Robinson-liste eintragen? Schon sehr seltsam.

Das Versprechen keine erneute Werbung zuzusenden, wurde nicht gehalten.

Es kam zwar der Hinweis, dass bereits im Versand befindliche Werbepost noch zugestellt wird, aber darüber hinaus nichts mehr.

Dem ist aber mitnichten so.

Mittlerweile kam schon die 3. „Infopost“.

Darüber hinaus finde ich diese „Ausgabe“ ganz besonders … unseriös.

Aber seht selbst:

Update (30. Juni):

Heute kam schon wieder Post von Dr. Hittich.

Anscheinend wurde von dem Widerruf keine Kenntnis genommen. Die schicken einfach munter weiter ihren Werbemüll. Die Jungs scheinen sich in Holland sicher zu fühlen – und zu glauben Sie könnten machen wozu sie lustig sind.

Update (23. Juli):

Seit nunmehr 10 Tagen nichts mehr. Entweder sie haben endlich aufgegeben oder es ist die Ruhe vor dem Sturm.

Update (14. Dezember)

Ein spätes, aber glücklicherweise schönes Update: seit Juli kam seitens Dr. Hittich nichts mehr. 😀

Update (23. Mai 2012)

Vor Kurzem wurden unschöne Erinnerungen wach, als ich sah, dass ein (sehr großer) Verpackungskarton von Dr. Hittich im Altpapier prangte. Wenige Tage später eines dieser typischen braunen Gläser (für Kapseln/Dragees) in der Glasmüllsammlung.

Einer der Nachbarn (beinahe alle weit über 70) muss sich wohl auch etwas von diesen Mitteln versprochen haben – oder den aberwitzigen Versprechungen geglaubt haben.

Glücklicherweise war das der einzige Berührungspunkt seit … nun ja … siehe oben 😉

Update (23. Juni 2012):

Für eine Nachbarin im fortgeschrittenen Alter, die einige Zeit in die Reha musste und noch eine Weile muss, habe ich mich bereit erklärt den Briefkasten (damit der nicht überquillt) von Werbung und Unwichtigem zu befreien.

Und diese gute Frau scheint eine Stammkundin bei Dr. Hittich zu sein.

Denn ich kann dort ungelogen mindestens zweimal die Woche irgendeinen Mist aus dem Briefkasten fischen, welcher von Dr. Hittich aus Kerkrade angeschwemmt wird.

Teilweise sind die Aufmachungen so raffiniert, dass man eine Weile suchen muss, um zu sehen woher das nun kommt.

Anscheinend geht es der Firma blendend, wenn sie genügend Budget hat, um regelrechte Brieflawinen auf die ahnungslose Kundschaft los zu lassen.

Innerhalb von 4 Wochen habe ich da einen halben Korb mit Papiermüll entsorgt.

Jede Aufmachung noch bizarrer, als die vorhergehende.

Wenn ich bedenke, wieviel Ressourcen für diesen betrügerischen Dreck diese Zusendungen verschwendet werden. Soviel Wald gibt es in den ganzen Niederlanden nicht, um nur für diese „Firma“ die Werbepost zu produzieren.

Mir wird schlecht!

Update (24. August 2012):

Vor Kurzem hatte ich mit einer Nachbarin gesprochen, für welche ich ein kleines Paket von Dr. Hittich angenommen hatte. Wir kamen dann so ins Gespräch und wir waren uns relativ schnell einig, dass es keine seriöse Firma zu sein scheint, allein wenn man die permanente Werbung betrachte.

In dem Paket anscheinend irgendein Vitamin-Spurenlemente-Gedöns-Mittelchen, welches Sie wohl im Abo bekommt. Sie hatte Firma Hittich mehrfach angeschrieben, dass sie dies nicht mehr haben möchte, welches aber wohl nicht zur Kenntnis genommen wurde.

Das einzige, was mich irritierte ist, dass Sie sagte sie sei eine Zeit lang mit dem Mittelchen zufriedne gewesen. Da wollte ich lieber nicht nachbohren – Glaube versetzt ja bekanntlich Berge.

Zumal sie ja mittlerweile erkannt hat, was das für eine Firma ist. Sie wollte es wieder umgehend zurücksenden.

Aber anscheinend hat die Frau keine Ruhe, etwa jeden zweiten Tag kommt wieder irgendein Werbemüll von Dr. Hittich.

Update (26. Dezember 2012):

Offenkundig (wie man den Kommentaren entnehmen kann) scheint Dr. Hittich einiges an ungeliebter Werbung zu verschicken. Ein wirkliches Kraut scheint dagegen wohl nicht gewachsen.

Eine Anmerkung zum Schluss noch: die Kommentare sollen keine Plattform für Werbung für Dr. Hittich oder andere Produkte ähnlicher Coleur sein. Daher lösche ich diese sofort.

Einige schreiben in den Kommentaren, dass die Mittel helfen würden. Dem kann ich nur entgegnen: Glaube versetzt Berge! Wir brauchen hier nicht darüber streiten, ob die Mittel wirken oder nicht – und wenn ja welche. Das können wir letztlich nicht klären. Dazu bedürfe es schon groß angelegter medizinischer Studien eines unparteiischen Instituts über lange Zeiträume. Das können wir hier getrost offen lassen.Ich persönlich schließe aber aufgrund des Geschäftsgebahrens seitens Dr. Hittich und der generellen Vorgehensweise mitsamt Werbeanpreisungen auf keine nennenswerte positive Wirkung – abseits des Bankkontos Dr. Hittichs.

Privatisierung von Gewinnen, Verstaatlichung von Risiken – auch am Beispiel der Atomkraft

Es ist wirklich interessant, dass vor allem bei der Atomkraft das gilt, was mittlerweile in allen Wirtschaftsbereichen zu gelten scheint:
Gewinne werden privatisiert – Risiken werden verstaatlicht.
Genau so im Falle von TEPCO, dem Betreiber einiger Atomkraftwerke in Japan – unter anderem auch dem nahe Fukushima.
Die Gewinne aus dem Betrieb der Reaktoren wurden (nach meinem Kenntnisstand) immer brav abgeschöpft – in private Hände.
Es wurde offenbar auch bei der Sicherheit und den notwendigen Wartunsgsarbeiten gespart.
Dies ist wiederum auch ein typisches Symptom der Privatwirtschaft:
Kosten minimieren, Gewinne maximieren – auch gerne zu Lasten anderer.
Nach vorliegenden Berichten einiger Medien soll TEPCO Staatshilfen beantragt haben, weil „die Kassen leer“ seien.
Sprich: alles was jetzt folgt – und das dürften viele Milliarden an Folgekosten sein – zahlt dann nicht der Betreiber, sondern der Staat.
Am Ende also der Steuerzahler.
Gut, letztlich zahlt der Steuerzahler sowieso immer alles. Sei es über Steuern oder bspw. Stromkosten.
Wenn aber ein Betreiber nahezu ungestraft agieren darf – vielfach mit bekannt gewordenen Missständen und unter Tolerierung dieser durch die staatlichen Stellen – aber dann einfach Insolvenz anmeldet, wenn es schwierig wird oder wie hier Staatshilfen beantragt und sich dann aus der Verantwortung stiehlt, dann beißt sich das mit meinem Rechtsempfinden.
Ich kann es mit elementarer Logik nicht nachvollziehen, dass eine große Firma Gewinne aus einer Sache zieht, aber kein Risiko trägt.
Diese Risiken sind klar erkennbar geworden – bereits zum wiederholten Male.
Dafür muss man nicht einmal Tschernobyl und nun Fukushima heran ziehen – oder nicht einmal die Atomkraft an sich.
Der Störfall ist auch in Deutschland mittlerweile zum Normalfall geworden.
Dennoch bleibt alles wie es ist.
Beinahe sämtliche Risiken und daraus resultierenden Kosten zahlt am Ende  … der Steuerzahler.
Allem voran natürlich die völlig ungeklärte Frage des Umgangs mit hochradioaktiven Abfallstoffen.
Die Erkundung von Endlagerstätten zahlt … der Steuerzahler.
Die Sicherung von Transporten zahlt … der Steuerzahler.
Die horenden Strompreise zahlt … der Stromkonsument – also der Steuerzahler.
Die vielen Milliarden Subventionen über Jahrzehnte zur Entwicklung und zum Ausbau der „Brückentechnologie“ zahlte … der Steuerzahler.
Und im absoluten Ernstfall, dem GAU, zahlt sämtliche Schäden … richtig! Der Steuerzahler – im Zweifel mit seinem Leben.

Ich könnte ja verstehen, dass eine Gesellschaft zu einem breiten Konsens kommt und eine hochriskante Technologie für nötig erachtet und diese dann betreibt.
Aber warum privatwirtschaftlich?
Sollte dies dann nicht besser in den Händen des Staates liegen?
Man kann ja über den Staat denken, was man will. Sei es dass er zu bürokratisch und unflexibel agiert, nicht kundenfreundlich ist oder was auch immer.
Aber zumindest würde sich der Betrieb unter staatlicher Führung an die Sicherheitsvorgaben halten. Dort würde dann eben nicht an Sicherheitsmaßnahmen, Aufrüstungen oder gut ausgebildetem Personal gespart – zumindest unter gesellschaftlich sinnvollen Umständen (in denen der Staat nach Sinnhaftigkeit aggiert und nicht nach wirtschaftlichen Interessen oder Eigeninteressen einiger Mandatsträger). Und im Zweifel würde dann ein Reaktor auch abgeschaltet, wenn er nicht mehr sicher betrieben werden kann.
Die Kosten hierfür stünden auf einer sekundären Seite – die Sicherheit stünde vornean.
Und wenn Probleme auftreten sollten, dann wäre eine Haftung durch den Staat auch glasklar.

Aber im Falle der Atomkraft wäre auch diese staatliche Führung für mich keine Option.
Es handelt sich schließlich um eine Technologie, welche absolut keine Fehler verzeiht und stets über sehr lange Zeitspannen perfekt überwacht werden muss.
Hierbei ist auch egal, ob privatwirtschaftlich oder staatlich geführt – einen derartigen Optimalzustand kann niemand garantieren.
Daher gehört diese Technologie so schnell wie möglich abgewickelt – egal wie unbequem es wird oder wer dabei Gewinne einbüßt.
Als Lehre aus allen bisherigen Erkenntnissen sollte man ziehen, dass man eben keiner Technologie blind verfällt und diese stark fördert, welche von vornherein auf Szenarien von lange währender Perfektion fußt und bei der man Langzeitfolgen nicht absehen kann.
Das ist schlicht völlig unrealistisch und blanker nonsens.
Als Beispiel sei hier auch die gezielte gentechnische Veränderung von Nutzpflanzen genannt.
Auch dabei ist absolut nicht absehbar, welche Folgen das haben kann – trotz gegenteiliger Beteuerungen derjenigen, die davon finanziell massiv profitieren.
Daher sollte auf eine vorzeitige Ausbringung auf das Feld und somit den Teller verzichtet werden.
Eine Verstaatlichung von Risiken und eine voran gegangene Privatisierung von (horrenden) Gewinnen haben wir auch vor, während und nach der Finanzkrise gesehen.
Darauf hätte man auch verzichten können.
Ebenso wie vor rund 50 Jahren darauf hätte verzichtet werden sollen, eine Technologie (Atomkraft) zu forcieren, ohne zu wissen, wie man mit den (bereits damals hinlänglich bekannten) Folgen umgehen kann.
Aber genau so gut könnte man hier als Beispiel die Chemische Industrie anführen, welche beinahe täglich neue Werkstoffe entwickelt, welche ohne vernünftige Prüfung auf den Markt kommen – und bei denen man vielfach erst lange Zeit später feststellt, dass eine Ausbringung nie hätte stattfinden dürfen. Als Beispiel sei hier einmal das Treib- und Kühlmittel FCKW genannt.
Die Folgen darf dann in aller Regel auch der Staat wieder zu beseitigen versuchen.
Ich möchte also an dieser Stelle meine Forderung nach einer Positivliste bekräftigen – und von der Abkehr von reiner Profitgier weniger auf kosten Aller.
Es sollten keine Substanzen, Verwahrensweisen oder Technologien in die Umwelt gelangen oder auf den Endkunden losgelassen werden, ohne dass ihnen eine unabhängig vernünftig bemessene Unbedenklichkeit attestiert werden kann.
Nur was als vernünftigerweise unbedenklich gekennzeichnet wurde, sollte auch produziert, verwendet und konsumiert werden dürfen. Hier ist ganz klar der Staat gefordert strikte Rahmenbedingungen vorzugeben und deren Einhaltung vehement zu überprüfen.
Dass dies langwierige Tests, enorme Kosten und vor allem ein grundlegendes Umdenken zur Folge hat, dürfte klar sein.
Dies sollte aber allemal günstiger sein (und heutzutage wird ja gerne vornehmlich ökonomisch argumentiert), als möglicherweise katastrophale Spätfolgen rückgängig machen zu wollen.
Hier gilt auch wieder die altbekannte Weisheit: Vorsorge ist nicht nur besser, als Nachsorge – sie ist auch meist deutlich billiger.

Hartz IV und das Bildungspaket – nichts als Flickschusterei

Gerade lese auf sueddeutsche.de folgendes „Flop beim Bildungspaket“ und direkt darunter „Post von Frau von der Leyen
Das Bildungspaket entwickelt sich zum großen Flop – weil es kaum ein Hartz-IV-Empfänger beantragt.“
Das einzige Wort, was mir dazu – mal wieder – einfällt ist: Flickschusterei.
Das HartzIV-System funktioniert nicht – völlig unzweifelhaft.
Aber anstatt sich der Tatsache zu stellen, dass man eben nicht mit kleinen Einzelmaßnahmen das völlig verkorkste System retten kann, versucht man es genau damit.
Ich möchte das mal mit dem desolaten Zustand einiger Teile unseres Straßennetzes veranschaulichen.
Es reicht eben nicht, wenn ich hier und da mal ein Schlagloch mit Fertigasphalt flicke.
Das Loch wird nach kurzer Zeit schon wieder offen sein. Oder 2 Meter weiter entsteht ein neues Schlagloch und die Asphaltdecke bröselt munter weiter vor sich hin.
Die einzig sinnvolle Lösung wäre: Straße sperren, Asphalt wegfräsen, neue Decke bauen.
Das kostet zweifelsohne eine Menge Geld, Zeit und Nerven und wird vielleicht vielfach auf wenig Gegenliebe stoßen – aber wenn es dann fertig ist (und nicht beim Bau gepfuscht wurde!) dann hat man damit wieder jahrelang Ruhe und kann die Strasse wunderbar befahren.
Zudem kann man dafür sorgen, dass die Leute oben drauf nicht mehr rasen und so weniger schnell die Decke ruinieren.
Oder für die computeraffinen Menschen:
Ich kann nicht jahrzehntelang mit Windows 95 rumwurschteln – und glauben wenn ich hier und da mal ein Update mache, dann ist alles Top.
Irgendwann muss ich mal die wichtigsten Daten sicher, die Festplatte formatieren und mit einem neuen System mein Glück versuchen. Das ist erstmal eine Umgewöhnung, die auch vielleicht Zeit und Nerven (und neue Hardware) kostet. Aber allemal besser, als mit einem vermurksten System produktiv weiter arbeiten zu wollen.
Jetzt wissen wir, dass auch Windows 98 und Win ME keine Meilensteine waren.
Aber mit jeder Generation wird es ein Stück weit besser.
Oder um zum eigentlichen System zurück zu kehren: HartIV muss weg!
Das Bildungssystem in der jetzigen Form steht für mich auch zur Prädisposition.
Ich brauche garnicht versuchen das mit irgendwelchen nutzlosen Bildungspaketen zu retten.
Bringt doch nicht die Bohne.
Ich hätte noch nichtmal was dagegen, wenn ein neues System gebaut und versucht wird – und dann scheitert.
Man hat eben nie Patentrezepte und muss stets gucken, ob ein System auch in der Praxis funktioniert.
Hartz IV war ja vom Prinzip her auch eine gute Idee und gut gemeint – aber hat sich hinterher als untauglich heraus gestellt.
Dann muss es weg! Und wenn das Nachfolgesystem nicht funktioniert, muss auch das weg …
Aber jetzt einfach garnix machen und nicht den Mut haben etwas anderes/neues auszuprobieren …
Vielleicht aus Angst vor den nächsten Verlusten bei Wahlen.
Es ist immer noch besser Fehler zu machen, daraus zu lernen und etwas neues zu probieren, als keine Fehler machen zu wollen und letztlich gar nichts zu tun.