Der ehrliche Verkäufer ist immer der Dumme?

Zwecks Kontoaufbesserung und Entrümpelung verkaufe ich gerade den ein oder anderen Gegenstand, den ich nicht mehr benötige.
Alte Hardware, Ersatzteile, PC-Komponenten und so weiter.
Neulich war auch ein alter CD-Player darunter, den ich bei Amazon anbot (natürlich auch wieder zu überdeutlich hohen Gebühren).
Der war hier noch in tadellosem Zustand, von ein paar kleineren Kratzern auf der Oberseite abgesehen (die aber auch beschrieben waren).
Kurz vor dem Einpacken hatte ich extra dessen Funktion noch geprüft – alles wunderbar.
Zwei Tage nach dem Eintreffen beim Käufer kam eine erboste Meldung, dass das Gerät defekt sei und er eine Rückzahlung oder Ersatz verlange. Nach meiner Mail, was denn damit sei, kam nach einer Woche die Antwort, dass die lade nicht rausführe und er keine CDs lese.
Nun haben wir wieder ein klassisches Problem beim Versandhandel.
Ich bin mir keiner Schuld bewusst, habe das Gerät in gutem Zustand und gut eingepackt losgeschickt.
Der Käufer kann ja alles mögliche behaupten. Möglich, dass ihm das Gerät einfach nur nicht gefällt oder er zu blöd für dessen Bedienung ist.
Wer jetzt hier wie und in welcher Beweispflicht ist, ist in diesem Falle sekundär. Für 25€ wird wohl kaum jemand vor Gericht ziehen. Ich auch nicht (zumal man vor Gericht auch meist kein Recht bekommt).
Letztlich habe ich angeboten den CD-Player zur Überprüfung zurückzunehmen.
Wenn der nicht defekt ist, habe ich ein Problem, wenn er defekt ist auch.
Wenn er nicht defekt ist, darf ich mit dem rumkaspern, dass er ihn wieder nimmt und mir den Versand bezahlt.
Wenn er defekt ist, kann es sein, dass er selbst den kaputt gemacht hat. Wie will ich das prüfen?
Sollte ich mit dem Fall, wegen möglichen Transportschadens, zu DHL gehen und eine Schadensmeldung abgeben, werden die sich heraus winden und im Zweifel habe ich elendslange Wartezeiten.
Letztlich ist man als ehrlicher Verkäufer immer der Dumme.

Update (1. August):

Ich habe den CD-Player, nachdem er hier wieder zurück kam, aufgeschraubt und mal näher angeschaut.

Dabei musste ich erkennen, dass der CD-Fixierer (keine Ahnung, wie das in Expertensprech heisst) aus der Aussparung rausgedrückt war. Dieses Teil, was die CD also fixiert, damit der Laser vernünftig fokussieren kann, hing völlig schief über dem CD-Teller. Dass das so nicht gehen konnte, dürfte klar sein. Das Ganze Malheur war in 30 Sekunden behoben. Und nun funktioniert er wieder tadellos.

Damit solch ein Problem nicht nochmal auftritt – hoffe ich zumindest – habe ich noch eine größere Umverpackung (etwa halber Kubikmeter) mit noch deutlich mehr Polstermaterial verwendet.

Wenn da jetzt wieder ein Defekt auftritt, dann … geht DHL nicht besonders sorgsam mit Paketen um.

Update (5. August 2012):

Mittlerweile hat sich der Käufer gemeldet und bestätigt, dass nun alles funktioniert.

An der ganzen Geschichte habe ich nun nurnoch knapp 9€ verdient. Jeweils hin und Rückporto musste ich ja tragen – zudem hatte ich nach dem Aufgeben des Paketes das Stromkabel hier liegen sehen. Musste ihm das also auch nochmal per Luftpolstertasche zusenden.

Hätte ich den einfach hier stehen lassen, hätte ich mehr davon gehabt:-/