CDU – reiner Markenname?

Politik, so traurig es auch ist, verkommt zusehends zu einer Ware, die gnadenlos dem Marketing unterworfen wird.

Es gibt PR-Berater, die das Styling der Kandidaten überwachen, ebenso kurze wie inhaltslose Wahlplakat-Slogans entwerfen und ganze – ebenso inhaltsleere – Reden oder gar Parteiprogramme (mit-)entwerfen.

Damit meine ich wirklich alle größeren Parteien.

Aber bei manchen Parteien, allen voran der CDU, wird schon im Namen klar, dass es wirklich nur noch reines Marketing ist.

Denn, sind wir mal ehrlich, was heißt eigentlich CDU? Christlich Demokratische Union.

Aber: von Christlichkeit, also „Liebe deinen Nächsten“, ist wenig zu spüren. Eher schon alle(s) für mich und Gott für den Rest. 😉

Demokratisch … naja, davon merke ich auch nichts. Erst recht nichts Basisdemokratisches. Stichwort -> „Basta-Politik“ oder „alternativlos“.

Und eine Union sind sie auch schon lange nicht mehr. Denn die Union, in der Nachkriegszeit als Bündnis aus mehreren Splittergruppen gegründet, gibt es de facto auch nicht mehr.

Selbst den eigentlich Kern der Partei, also die konservative, bürgerliche Ausrichtung, vermag ich nicht zu erblicken. Denn konservativ kommt von „conservare“, also etwa „erhalten“ oder „schützen“. Aber um den Erhalt der Schöpfung, um mal im christlichen Jargon zu bleiben, kümmert sie die CDU nicht unbedingt an vorderster Front. Böse Zungen könnten behaupten, man versuche in neuerer Zeit höchstens noch sein Bankkonto zu konservieren.

Um die bürgerliche Ausrichtung ist es auch nicht mehr gut bestellt. Heuer ist auch kaum noch abzugrenzen, wo die Grenze liegt zwischen gut betuchten, gut bürgerlichen, mittelständischen und dem „Proletariat“, also der untersten Einkommensschicht. Mit 1-Euro-Jobs und der Mithilfe von Arbeitsagentur und Co geht man schnellen Schrittes auf eine Zweiteilung der Gesellschaft hinaus. 10% Reiche und der Rest … kann sehen wo er bleibt.

Stellt sich die Frage warum die CDU nicht mal einen Namenswechsel anstrebt, wenn schon nicht mehr drin ist, was drauf steht.

Aber ein starker Markenname ist offenkundig viel mehr wert, als eine exakte Inhaltsliste 😉 Zur Not schreibt man irgendwo in die Ecke „neu“ oder „verbesserte Rezeptur“. Was bei Tütensuppen klappt …

Marketing ist ja universell.

Und wenn in (hausgemacht!) schlechten Zeiten seltsamerweise die Wahlergebnisse wieder nach oben zeigen, dann müssen wahrlich vorzügliche Marketing-Strategen am Werk gewesen sein. Am Inhalt kann es nicht liegen.

P.S. hier schwingt natürlich deutlich sichtbar eine stark zunehmende Unzufriedenheit mit der Parteienlandschaft und der Gesellschaft an sich mit. Das betrifft alle Parteien – aber eben die CDU zu vorderst.

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