Lernresistenz bei CDU/CSU

Auch nach einem schweren Vorfall wie nun in Japan, hört man seitens der CDU/CSU-Funktionäre das gleiche wie immer.
Das hat mit uns nichts zu tun, hier ist das ganz anders, unsere Reaktoren sind sicher, wir brauchen diese Kraftwerke dringend, …
Auch die Ausrede man dürfe eine solche Debatte nicht jetzt führen, halte ich für eben genau das: eine Ausrede.
Es ist schließlich nicht so, als ob bei uns alle Räder still stünden, „nur“ weil in Japan gerade eine Katastrophe herrscht. Es ist schließlich weit weg. Vermutlich ist auch das das Problem.
Wäre in Frankreich einer der uralten und maroden Reaktoren betroffen, dann sehe die Bedrohungslage jetzt anders aus.
Was hört man gerade?
Beschwichtigungen, halbgare und vage Versprechen, man wolle die Sicherheit prüfen.
Man könne nun nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.
Aber zunächst wolle man sich um die Lage in Japan kümmern.
So tragisch die Situation in Japan auch ist – keine Frage- aber Japan ist weit weg und wir können da auch wenig machen. Also braucht man jetzt nicht so tun, als stünde alles still im Lande.
Und mal ehrlich: 38 THW-Rettungskräfte rüberschicken ist doch wohl ein Witz, oder?
Wenn das wirklich alles ist, dann muss ich mich wirklich schämen.
Im Punkt Atomkraft ist und war die CDU/CSU immer schon lernresistent.
Da kann man auch mit 100 guten und richtigen Argumenten dagegen kommen.
Und selbst jetzt, wo uns wieder schmerzlich vor Augen geführt wird, dass diese Technik eben doch nicht so einfach beherrschbar ist und ständig ein Damoklesschwert über ihr schwebt, selbst jetzt bleibt man stur und unbelehrbar auf Kurs.
Was soll denn noch passieren, bis man endlich umdenkt? Nachdem Tschernobyl und jetzt Fukushima offensichtlich nicht reichen …
Muss es tatsächlich zum schlimmsten Fall kommen und in Deutschland ein Reaktor außer Kontrolle geraten?
Aber ich vermute selbst dann wird man sagen „unsere Reaktoren sind – bis auf kleine Ausnahmen – absolut sicher“.
Ich möchte nochmals erwähnen, dass in deutschen Atomkraftwerken Störfälle eher den Normalfall darstellen, denn die Ausnahme.
Es ist in meinen Augen ein hochriskantes Pokerspiel.
Das kann noch eine Weile gut gehen – muss es aber nicht.
Und unsere werten Volksvertreter würden dann natürlich genauso betroffen in die Kameras gucken, wie jetzt gerade und wahrscheinlich so etwas zum besten geben, wie „eine solche Situation konnte nicht vorhergesehen werden“.
Muss denn immer etwas schlimmes passieren, bis man umdenkt und endlich Vernunft annimmt?
Bei manchen reicht offensichtlich selbst das nicht aus!

P.S. In relativer Nähe zu meinem elterlichen Zuhause liegt ein Atommeiler.
Jedes Mal überkommt mich ein mulmiges Gefühl.
Wenn da mal was passiert wäre, würde ich jetzt nicht mehr leben.
Notfallpläne gibt und gab es zwar – aber sie hätten niemals für die Massen an betroffenen Menschen gereicht. Wahrscheinlich wäre man auch genauso wie in Tschernobyl und jetzt Fukushima ewig lange nicht mit der Wahrheit rausgerückt und hätte sich in Beschwichtigung geübt, während zehntausende verstrahlt worden wären. Selbst wenn ich es überlebt hätte oder nicht da gewesen wäre – mein Elternhaus hätte ich nie wieder sehen können.
Im Ernstfall wäre ich genauso an der Strahlenkrankheit elendig verreckt, wie zehntausende andere.

Man kann einfach nicht ruhigen Gewissens ein Atomkraftwerk (erst recht nicht profitorientiert) betreiben – schon gar nicht in dicht besiedelten Gebieten. Falls doch sind einem Menschenleben nicht wichtig.