Wäre eine völlig goldgedeckte Währung ein Ausweg?

In Krisenzeiten sucht der geneigte Anleger gerne wieder die Anlagemöglichkeit Gold – oder andere Edelmetalle oder seltene Güter (Diamanten, …)
Gold ist vermeintlich krisenfest und wertstabil.
Gut, dass dem nicht wirklich so ist und auch der Goldpreis, als auch die Zufuhr von neuem und der „Verbrauch“ von altem Gold veränderlich sind, möchte ich hierbei zunächst außer Acht lassen.
Aber wäre es möglich wieder völlig zu den Anfängen zurück zu kehren?
Eine komplett goldgedeckte Währung also?
Kann so etwas gehen?
Ob das in der Praxis wirklich funktioniert, kann ich persönlich schwer abschließend beantworten.
In der Vergangenheit gab es einige Probleme – sowohl mit einem völlig goldgedeckten System, als auch mit der Abkehr vom selbigen. Nachzulesen unter anderem hier: Goldstandard

Interessante Aspekte hätte eine 1:1 durch Gold gedeckte Währung meines Erachtens aber durchaus.
So wäre die Geldmenge ganz klar begrenzt.
Einfach aus dem Nichts neues Geld schaffen, und den zukünftigen Generationen die Tilgung der Kredite zu überlassen, ginge dann nicht mehr.
Wenn wirklich nur soviel Papiergeld – als reiner 1:1 Platzhalter – für eine exakt definierte Menge Gold ausgegeben würde, dann könnte man nicht mehr Geld ausgeben, als tatsächlich in Form von Gold gegeben wäre.
Alles also reiner Goldtausch.
Banken könnten also auch nicht mehr Geld verleihen, als sie wirklich real existierend in Gold verwalten. Für private Banken natürlich ein Schlag ins Gesicht. Immerhin wäre dann ein Großteil ihres Geschäftsmodells im Eimer.
Anfänglich war diese 1:1 Deckung auch so (zumindest so ähnlich). Es gab Gold- oder Silberwährungen. In jedem Falle mit realem Wert.
Diese waren jedoch nicht sicher vor Dieben. Daher haben einige Menschen diese Zahlungsmittel verwaltet und quasi anstelle des wertvollen Edelmetalls ansich wertlose Papiere, die aber zum Wechsel gegen Gold berechtigten, ausgegeben.
Aber hier ergab sich dann trotzdem ein großes Problem.
Diese Verwaltung haben jene Menschen nicht umsonst vorgenommen.
Sie wollten dafür etwas haben. Zudem konnten sie anderen nun Papiere ausgeben, also Kredite gegen Zinsen gewähren, gedeckt mit Gold, welches ihnen selbst nicht gehörte.
Das war der Beginn von Banken und Zinsnahme im großen Stil.
Eine 1:1 mit Gold gedeckte Währung befreit also nicht zwangsläufig vom Zins und exponentiell ansteigenden Zinsen, sollte man die eigentliche Kreditschuld nicht tilgen können.
Aber zurück zur festen Geldmenge.
Diese relativ stabile Menge an existierendem Geld hätte natürlich Vorteile.
Immerhin ist sie stabil und man kann nicht aus dem Nichts heraus weiteres Geld erschaffen. Es muss immer durch mehr Gold gedeckt werden.
Vorausgesetzt natürlich, die Schürfung neuen Goldes und der Verbrauch bestehenden Goldes halten sich etwa die Waage.
Wenn man beispielsweise aus Meerwasser eines Tages doch größere Mengen Gold wird heraus filtern können, hätte man ein Problem.
Dann ist natürlich das Seltenheitsprinzip in Gefahr.
Der Wert schließt sich eben aus der Seltenheit, der chemischen  Stabilität und der aufwändigen Förderung von Gold.
Ein weiteres Problem ergibt sich aber eben aus dieser endlichen Menge Gold.
Wenn ich es an einer Stelle anhäufe – nur als reiner Gegenwert – dann kann ich es an anderer Stelle nicht technisch nutzen.
Gold wird vor allem in der Schmuckherstellung benötigt, dann erst kommen  Elektronik- und Halbleitertechnik und dann medizinische Technik.
Es wird also industriell benötigt.
Daher die Frage: was ist wichtiger? Im Safe deponieren oder industriell nutzen?
Vielleicht werden wir eines schönen Tages technisch dazu in der Lage sein, nicht nur Atomkerne zu zerstören, sondern auch neue zusammen zu setzen.
Quasi Alchemie der Moderne. Spätestens dann, wäre ein goldgedecktes System relativ sinnfrei, wenn ich einfach per Knopfdruck ohne großen Aufwand neues herstellen kann.
Aber das dürfte noch – wenn überhaupt machbar – eine ganze Weile dauern.
Bis dahin bleibt die Frage, wie wir unsere Probleme in den Griff bekommen.
Sowohl das Interesse der Privatbanken möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften, als auch die Vergabe von Krediten aus der Nichts, als auch Zins und Zinseszins und die Verlagerung der Schuldenbegleichung in die Zukunft, sind Probleme, welche dies bestehende System zwangsläufig kollabieren lassen werden.
Daher ist die Frage nach einem relativ wertestabilen und vor allem auch einfachem und transparentem Finanzsystem von großem Interesse.
Ob man dies jetzt mittels Gold im Tresor wird herstellen können, kann ich wie gesagt nicht abschließend beurteilen.
Interessant ist diese Methode aber dennoch und wert weiter darüber nachzudenken.