Föderalismus in Deutschland – brauchen wir noch immer Bundesländer?

Ich lese gerade auf sueddeutsche.de folgendes – ich zitiere „dies wäre eine politische Kriegserklärung an die Bundesländer und den Föderalismus.„.
Der Zusammenhang: Bundesinnenminister de Maiziere plant offenkundig das BKA und die Bundespolizei miteinander zu verschmelzen.

Da muss ich mich mal wieder fragen: was soll eigentlich heute immer noch diese Aufsplittung in eigenständig agierende Bundesländer?
Auf sehr vielen Gebieten haben Bundesländer eigene Kompetenzen oder handeln völlig autonom.
So zum Beispiel beim Thema Bildung oder der Polizei.
Dabei gelten nicht bundeseinheitliche Regeln, sondern jeder ist quasi König/Souverän in seinem eigenen Reich. Wen es interessiert – Wikipedia weiß mehr.
Ist diese – ich nenne es mal ganz frech – „Kleinstaaterei“ immer noch sinnvoll?

Wie wäre es denn, wenn man diese Zwischenebene entfernen würde?
Also zwei Ebenen plus Europa-Ebene.
Als übergeordnete Ebene der Bund mit gesetzgebender Kompetenz und zuständig für das große Ganze und die Repräsentanz nach Außen.
Und eine kleinere Verwaltungsebene, welche sich regional um die (exekutive) Umsetzung der Regeln und Bedürfnisse vor Ort kümmert.
Da würde ich den Kreis als vernünftige Größe erachten.
Ein (Land-)Kreis ist meist deutlich größer, als eine Kommune, aber noch nicht so groß wie ein Bundesland und für die regionalen Bedürfnisse schon zu groß.

Man darf ja auch nicht vergessen: jede zusätzliche Verwaltung(-sebene) kostet Geld, Zeit und Nerven.
Und so fiele eine Ebene weg, auf die man im Schadensfalle den Schwarzen Peter und somit die Schuld schieben könnte oder auf die man warten oder zugehen muss.
Sicherlich, das klingt jetzt sehr naiv. Das mag auch absolut so sein.
Ich weiß auch, dass diese Struktur so „gewachsen“ ist und man kaum von heute auf morgen etwas daran wird ändern können. Da müsste man schon beim Grundgesetz anfangen.
Aber dennoch stelle ich die Frage nochmals:
Brauchen wir heute immer noch Bundesländer?

Ihr seht mal wieder: vor mir ist keine „Tradition“ sicher😉
Stets bereit alles radikal über den Haufen zu werfen – oder zumindest zu hinterfragen😉