Dungeons – das neue Dungeon Keeper?

Bei 4players stieß ich auf ein neu erschienenes Spiel namens „Dungeons„.
Anscheinend unverhohlen bei Dungeon Keeper geklaut, hätte es – ebenso wie der kultige Vorgänger – eine Menge Spaß machen können.
Doch leider ist hier der Konjunktiv zu wählen.
Dass es geklaut ist, stört mich wenig. Dass es aber sehr schlecht geklaut ist, stört mich dagegen schon mehr.
Lobenswerterweise gibt es von dem Spiel eine deutschsprachige Demoversion.
Aber aufgrund des Fazits einiger Spieleseiten, hatte ich mir schon wenig versprochen.
Die Installation lief problemlos, es lief auch ganz gut – bis es nach etwa einer Stunde unrettbar abstürzte.
Was ich bis dahin gesehen hatte, war wirklich dreist abgekupfert.
Kleine Goblins, die Gänge graben. Ein Dungeonherz, was nicht zerstört werden darf.
Gefängnisse, Gold abbauen und so weiter.
Was jedoch anders ist: man kann nur sehr begrenzt Räume errichten.
Zudem hat man nur über eine Figur die volle Kontrolle, nämlich das Eigene ich, dieser komische Dungeon Lord (oder wie sich der Typ nennt).
Man muss sein Gebiet mittels kaufbarer Pentagramme erweitern und Helden mittels Schatztruhen oder sonstigen Schätzen anlocken, sie das Gold mopsen lassen und sie vorher um die Ecke bringen.
Da es nur eine einzige wirkliche Spielfigur gibt, muss man einige Strecken ablaufen, während die weitere Mannschaft des Spielers nutzlos an den Pentagrammen auf Gegner wartet.
Man kann die eigene Marionette noch etwas hochpowern, aber das wars auch schon.
Insgesamt fand ich es sehr unübersichtlich.
Das Tutorial beantwortet längst nicht alle Fragen.
Es sagt einem zwar, was das nächste Ziel ist – aber nicht unbedingt, wie man dieses erreicht.

Die Helden aus der oberirdischen Welt kommen auch mit einer erbitterten Pünktlichkeit in den Dungeon – Countdown inklusive.
Man kann kaum interagieren und muss ständig von einem Problem zum nächsten rennen.
Groß bauen kann man nicht.
Nicht einmal einen Helligkeitsregler habe ich finden können.
Nach besagtem Absturz habe ich dann die Demo wieder deinstalliert und sortiere das Spiel gedanklich unter „nett gemeint, aber schlecht geklaut“ ein.
Schade.
Ein Dungeon Keeper 3 – also das alte Spielprinzip mit ein paar Neuerungen und cooler Grafik – hätte ich sofort gekauft.
Fazit: Kann man sich sparen!