Weihnachten daheim …

Ja, ist denn heut‘ scho Weihnacht‘?

Japp!

Der grobe Ablauf ist meist sehr ähnlich.

Man fährt rüber in der Hoffnung, dass die Deutsche Bahn einen lebend ans Ziel bringt.

Man trifft sich 2-3 Tage, isst, erzählt, guckt Fernsehen – und fährt dann wieder.

Glücklicherweise haben wir in der Familie vor 7-8 Jahren beschlossen, den Konsumterror nicht mehr mitzumachen.

Es wäre dann das gleiche Spiel, wie sonst auch.

Man hat keine Ahnung, was man schenken soll, kauft auf den letzten Drücker irgendwas – und sieht dann lange Gesichter.

Da ist der Streit schon vorprogrammiert.

Daher haben wir das mal gelassen.

In diesem Jahr kommt der etwas unangenehmere Winter hinzu – gepaart mit dem Fehlen an so ziemlich allem, was man als Streugut verwenden könnte.

Streusalz? Keine Chance! Splitt? Gibts nirgends! Sand? Nope!

Man hätte evtl. die Chance auf  eine winzige Menge „Lavagranulat“ …

Kein Kommentar.

Die Stadt – ihres Zeichens notorisch Pleite – streut auch nurnoch am absoluten Minimum.

Im Moment bringt selbst das nichts, da es regnet und man bei überfrierender Nässe so viel streuen kann, wie man lustig ist.

Bringt nicht die Bohne.

Hier kommt mir aber mein leicht geänderter Schlafrhytmus zu Gute. Ich bin schon um 4 Uhr wach und übernehme dann mit den spärlichen Resten des Streugutes die Frühschicht.

Eingekauft habe ich auch wie bekloppt einiges. Das sollte das Wochenende reichen. Also ist der Konsumterror noch nicht ganz tot.😉

Etwas unangenehm war eine Verspätung mit der Bahn neulich.

Der erste Zug kam 40 Minuten zu spät. Dazu kamen noch 15 Minuten Sicherheitspolster meinerseits – da man auf den spiegelglatten Bürgersteigen nicht so schnell wegkam. Selbstverständlich durfte man draußen der Dinge harren, die da doch hoffentlich noch kommen würden.

Nun gut – sowas passiert, wenn man ein Unternehmen kaputt spart, um an der Börse gut da zu stehen.

Nebenbei bemerkt: das ist schon beinahe ein Grundgesetz bei Privatisierungen -> Kosten senken (meist Personalkosten) und Preise deftig anheben.

Effizienter läuft da gar nix. Der Kunde hat genauso Probleme mit der Bahn, wie unter staatlicher Regide.

Einzige Unterschiede sind einfach: der gleich schlechte Service wird teurer – und man bekommt ab und an ein lächelndes Gesicht zu sehen, dass einem sagt, dass man die Nacht am Bahnhof verbringen kann. Und das nur, weil die Bahn die Beheizung von Weichen eingesparrt hat.

Aber zurück zum Thema.

Der erste Zug kam also deutlich später – und der zweite wollte natürlich keine 30 oder mehr Minuten warten.

So saß man dann in einem kleinen Kaff für 1,5 Stunden fest – bei -15°C. Die Züge fahren auf der Strecke nurnoch maximal alle 2 Stunden. Teilweise nur alle 4 Stunden.

Selbstredend wurde das Bahnhofsgebäude dicht gemacht. Es gab noch einen etwa 10qm großen, unbeheizten Warteraum – für 50 Wartende.

Witzig fand ich das Plakat der Deutschen Bahn mit der Überschift „Wir kümmern uns um Sie!“ – das ist wirklich die perfekte Definition von Hohn!😀

Da hab ich mich echt geärgert, dass ich nicht meine lange Unterwäsche eingepackt hatte.

Man mag ja von Schiesser Feinripp halten was man will – aber warm hält er!

Da gebe ich einen Dreck auf das Diktat der Mode!

Ich werd dann mal ein bisserl frühstücken und dann die letzten kläglichen Reste Streugut verteilen.

Danach wird der Baum aufgestellt und mit den guten alten roten und goldenen Kugeln geschmückt.

Dann läuft im Radio wieder der gleiche Weinhachtsmischmasch.

Am Abend wird mir ein Kirchbesuch widerwillig abgenötigt.

Dann koche ich mir selber was – für alle anderen gibts Rinderbraten mit Kroketten.

Und dann geh ich pennen.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten😉