Meine ersten Gehversuche als veganer Kuchenbäcker

Irgendwann neulich ging es mir mächtig auf den Keks, dass es partout keine vernünftigen veganen Kuchen oder Torten zu kaufen gibt.
Einzige mir bekannte Quelle ist Vegan Bakery – aber die Preise sind einfach indiskutabel.
Um die 6€ (plus Versand) für einen kleinen ~450 Gramm Kuchen … wer soll sich das leisten?

Im Supermarkt gibt es auch nix passendes.

Daher habe ich mal Nägel mit Köpfen gemacht und mir eine minimale Back-Ausstattung zugelegt.

Bestehend aus:

  • Rührschüssel
  • Teigrolle
  • große Schneidplatte
  • Messbecher
  • Kastenform

Was ich natürlich vergessen habe: Ofenhandschuhe und einen Teigschaber.

Insgesamt also durchaus eine größere Investition. Aber das Ganze wird ja nicht schlecht und ich kann es längerfristig nutzen.

Für den Mini-Backofen habe ich mich entschieden, weil er der günstigste mit Umluft war.

Perfekte Qualität darf man für 60€ nicht erwarten. Und so kam es dann auch.

Der Lüfter für die Umluftfunktion erinnert mich sehr stark an einen Dieselmotor. Und der Timer ist analog – ja, wirklich analog.

Es ist ein manueller Timer, den man immer erst voll aufdrehen muss und dann auf die Zeit einstellen kann.

Eigentlich seit den 80er Jahren ausgestorben … dachte ich zumindest.

Aber wie gesagt: für 60€ darf man nicht viel erwarten. Und ansonsten ist das Teil ja in Ordnung und tut, was es soll.

Der Handrührer ist nicht schlecht. Da kann ich mich nicht beschweren. Recht leise und ziemlich stark. Einzig die Umschaltung zwischen den Stufen ist ein wenig hakelig.

Man kann an das Teil sogar hinten einen Pürierstab dranstecken. Nicht übel😉

Meine ersten Gehversuche mit dem neuen Ofen machte ich zunächst ausnahmslos mit Fertigkram.

Vornehmlich waren es Kartoffelspalten, Pommes Frites oder aufbackbare Croissants.

Letztere sind übrigens sehr lecker, wenn auch etwas fettig. Und wie alles leckere: sie machen brutal dick!

Nebenbei bemerkt: das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum ist wirklich ernst gemeint. Meine letzte Packung wurde noch vor Ablauf der Zeit – trotz Kühlung im Kühlschrank – vom Teig aufgesprengt (ist nur eine simple Pappverpackung) und war nicht mehr verwendbar. Also möglichst schnell aufbrauchen!

Nachdem das alles geklappt hat, hab ich mich mal an zwei vegane Kuchen rangetraut.

Für den Anfang erst einmal etwas leichtes – mit wenigen Zutaten und möglichst schnell umsetzbar.

Wie das so ist: das erste Rezept ging brutal in die Hose!

Zunächst habe ich mich an den Hefeteig für einen Obstkuchen getraut. Nach den notwendigen (hier 45) Minuten obligatorischer Aufgehphase eines jeden Hefeteiges, war der Teig erstaunlich ölig – nicht so, wie ich es von Muttern gewohnt bin.

Und so wurde der Teig dann auch nach dem backen ziemlich pappig und lag schwer im Magen.

Und fürs Protokoll: Birnen sind dafür definitiv die falsche Wahl! Lieber wären wir auch Zwetschgen gewesen – aber die tegut-Obstabteilung bot mir nur kärgliche und teure Überreste oder halb Verschimmeltes😦

Hätt ich mal Äpfel genommen …

Das zweite Rezept – ein saftiger Schokokuchen – gelang dann schon wesentlich besser.

Er ist wirklich schön luftig und saftig. Nicht trocken und krümelig, wie andere Schokokuchen. Einzig die Zartbitterschokolade wirkt ein bisschen fehl am Platze. Demnächst werde ich mal vegane hellere Schokolade ausprobieren.

Nachdem das geklappt hat, kann ich mich mal an etwas schwierigere Kuchen herantrauen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich habe von zuhause durchaus einige Erfahrung mit Kuchen und Torten.

Aber eben nichts veganes. Da gab es immer haufenweise Milch, Ei, Quark, Gelatine.

Und die ganzen alten Rezepte funktionieren nicht mehr 1:1.

Was ich wirklich gerne mal wieder essen würde: Spiegeleierkuchen🙂

Unten Rührteig, dann eine Mischung aus Quark und Pudding drüber, Aprikosen darauf und Tortenguss oben drüber. Hatte meine Mutter früher häufig gemacht – sieht echt aus, wie mehrere Spiegeleier nebeneinander und schmeckte super!

Und offenbar haben andere ähnliche Kindheitserinnerungen🙂 So habe ich bei rezeptefuchs den Tipp gefunden einfach einen Zupfkuchen abzuwandeln.

Ich befürchte aber, dass ich mit dem Kuchen meine kleine Miniküche völlig versaue …

Naja, mal schauen, was als nächstes kommt …

2 thoughts on “Meine ersten Gehversuche als veganer Kuchenbäcker

  1. Brot backen geht bei mir eher. Nach einigen gescheiterten Versuchen beschränke ich mich auf Pfannkuchen, die in Berlin -oh Graus- Eierkuchen heißen, weil hier die Berliner Pfannkuchen heißen.

    Quark ist übrigens recht einfach vegan herzustellen: Einfach einen Sojajoghurt über Nacht oder gleich im Kühlschrank mehrere Tage in einem Tuch abtropfen lassen, eventuell mehrere Becher wenns ein Kuchen sein soll. Bis zur gewünschten Festigkeit.

  2. Hey, bin durch Zufall über den Blog gestolpert. Leb erst seit etwas über nem Monat vegan und hab auch schon diverse Backversuche (mit mehr oder weniger großem Erfolg) unternommen. Ich muss zusätzlich noch auf Gluten verzichten (so weit es geht…hab keine Allergie, aber merke, dass mein Körper und vor allem die haut besser aufs Weglassen reagieren…), was mich grad bei (süddeutschen^^) Pfannkuchen halb zum Verzweifeln gebracht hat…wollte pancakes machen und ne Banane reinschnibbeln. War dann zwar sehr lecker, aber eher ein Brei als ein fester Teig😦 (Mais-/Reismehl, Sojamehl als Eiersatz, Sojamilch, Banane, Weinsteinbackpulver – übrigens der allergrößte MIST!!!- Ahornsirup. Fertig.)
    Brot und vor allem Brötchen gehen da wesentlich leichter und schmecken selbstgemacht sogar besser als vom Bäcker. Gute erfolge hatte ich mit der glutenfreien (Kartoffel-/maismehl) Backmischung ausm Rewe.Hefe dazu, etwas Öl dazu, gehen lassen, backen (ich hab sie nicht ganz fertig gebacken und dann nachm Abkühlen eingefroren, damit ich morgens immer frische Brötchen hab😉

    Wie ist das rezept für deinen Schokokuchen? Hab grad eben vegane Vanillekipferl gebacken, später gibts noch Schokocrossies mit mandelstiften. Nichts leichteres und ne nette Aufmerksamkeit zu Weihnachten (und super Überzeugung, dass es auch vegan geht!!!)

    Gruß,

    Katharina

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