Sapphire Radeon 4670 Ultimate – ein Erfahrungsbericht

Ich habe mir vor einigen Tagen eine neue Grafikkarte gegönnt.
Die alte Radeon 2600XT war langsam an ihre Grenzen gestoßen.

Ich habe mich nach langer und gründlicher Suche für die Sapphire Radeon 4670 Ultimate entschieden.

Wichtigste Kriterien für den Kauf waren für mich:

  • die Karte muss leise sein – möglichst passiv gekühlt
  • sie darf nicht viel Strom verbrauchen – weder unter Last und erst recht nicht Idle
  • sie darf nicht all zu teuer sein
  • sie muss deutlich mehr Grafikleistung haben, als die alte Karte – logisch😉

Ich habe erst zur 4830 tendiert, da sie eine ziemlich gute Leistungsfähigkeit aufweist.
Leider jedoch scheint es davon keine leise gekühlten Modelle zu geben, erst recht keine passiv gekühlten.
Ich hätte also hier selbst einen alternativen Kühlkörper anbringen müssen – dabei wäre die Garantie flöten gegangen.
Außerdem „frisst“ die 4830 laut Messungen deutlich mehr, als die angegebenen 80 Watt – nämlich etwa 26 Watt im Leerlauf und 93 Watt unter Last.
Das war mir eindeutig zu viel und hätte widerum eine aktive Kühlung erforderlich gemacht, für die kein Platz mehr vorhanden war.

Erscheinungsbild:

Die Radeon 4670 besitzt einen nicht all zu großen Passivkühler, der auch einen kleinen Teil der Rückseite in Beschlag nimmt.
Jedoch sollte es mit normalen Northbridgekühlern keine Probleme geben.
Bei extremen Northbridge-Kühlerkonstruktionen, wie es sie neuerdings immer öfter gibt, würde ich das Ganze vorher nochmals ausmessen.

sapphire-radeon-hd-4670-ultimate

Die Karte ist mit 19 cm relativ kurz und dürfte somit keinerlei Probleme beim Einbau verursachen.

Verbrauch:

Laut Testberichten (bspw. dieser hier von HT4U.net) soll sie im Leerlauf (idle) ganze 8 Watt Leistung benötigen und unter Volllast 64 Watt.
Diese Werte sind sogar etwas besser, als die meiner alten Radeon 2600XT Ultimate.

Ich habe keine Möglichkeit diese Werte in meinem Rechner zu verifizieren.

Lautstärke:

Da sie passiv gekühlt ist, ist sie lautlos.
Auch etwaige Pfeif- oder Summtöne konnte ich keine ausmachen.

Temperaturen:

Die Temperaturen sind für eine passiv gekühlte Karte ziemlich gut.
Im Leerlauf liegen die Temperaturen etwa bei 37°C. Unter Vollast (20 Minuten Furmark Stresstest) steigt die Temperatur nie über 71°C.
Bei gängigem Spielen stieg die durchschnittliche Temperatur etwa auf 65°C.
Das ist absolut akzeptabel – erst recht, wenn man bedenkt, dass schon die aktiv gekühlten 4670er Modelle problemlos diese Temperaturen übersteigen.

Spieleleistung/Benchmarks:

Die Spieleleistung habe ich mittels mehrerer Tests und Spiele beurteilt.
Zuerst lief 3dMark06 in der aktuellen Version durch. Der Test lief problemlos und lieferte 6973 Punkte (bei Standardauflösung) zu Tage – knapp doppelt soviele, wie die alte Karte.
Man muss jedoch dazu sagen, dass das verwendete Betriebsystem seit längerer Zeit im Einsatz ist.
Auf einem frisch aufgesetzten System würde man mit Sicherheit noch einige Punkte mehr heraus holen.
Mehr Punkte würde man auch mit einer schnelleren CPU erhalten – 3dMark06 ist ziemlich stark abhängig von der CPU.

Im Anschluss habe ich den Furmark Benchmark laufen lassen. Er förderte 1358 Punkte zu Tage.
Aber solche Punkte sagen zunächst wenig über die subjektiv wahrgenommene Leistung aus.

Getestet habe ich mit mehreren Spielen:
Battlefield 1942 – Desert Combat
Command & Conquer Generals – Zero Hour
Burnout Paradise
Mass Effect
Tom Clancys H.A.W.X Demo

Alle Spiele laufen in der Auflösung 1920×1200 – also der nativen Auflösung meines Monitors.
Andernfalls entsprechend in der höchstmöglichen Auflösung.

Die älteren Spiele liefen erwartungsgemäß perfekt.
Aber auch die neueren Spiele liefen ziemlich gut. Allen voran lief Burnout Paradise in mittleren Details ohne Anti-Aliasing oder AF in 1920×1200 absolut flüssig und sah ziemlich gut aus.
Bei Mass Effect konnten problemlos die maximalen Details eingeschaltet werden. Auch hier war die Bildqualität sehr gut.
Die Demoversion von H.A.W.X sah auch gut aus und lief absolut flüssig.

Probleme mit der Karte:

Beim Spielen stieß ich jedoch auf ein unschönes Problem. Die Karte stürzte in unregelmäßigen Abständen ab.
Im Windows-Betrieb lief alles wunderbar, aber unter Last kam es häufiger zu Abstürzen oder Freezes.
Stellenweise hatte sich das System nochmal berappelt und konnte den Treiber neu starten.
Meistens jedoch lief es auf einen Neustart mittels Reboot-Knopf hinaus.

Daraufhin habe ich mehrere Treiberversionen ausprobiert.
Doch weder 9.2, 9.1 noch der auf CD beiligende 8.12 behoben das Problem.

Schließlich entdeckte ich ein merkwürdiges Problem.
Die Grafikkarte schien sich selbstständig zu übertakten.
Sie wich vom Standardtakt (GPU 750/Ram 873MHz) ab und taktete plötzlich mit 800 und 1000 MHz.

Woran dies liegt, kann ich abschließend nicht beurteilen. Möglicherweise eine Inkompatibilität mit dem Treiber oder ein falsch eingestellte Firmware.

Nach Festsetzen des Standardtaktes mittels der Override-Funktion im Catalyst Control Center ließ sich das Problem beheben.
Bislang traten keine weiteren Fehler mehr auf.

Fazit:

Unter dem Strich bin ich mit der Karte sehr zufrieden.
Sie ist lautlos, benötigt wenig Energie und bietet ausreichend Leistung für meine Zwecke – und all zu teuer ist sie auch nicht.

Wer also auf der Suche nach einer guten Grafikkarte im unteren Preissegment ist, der kann ruhigen Gewissens zu Sapphire Radeon 4670 Ultimate greifen🙂

Update:

Mit der Zeit wurden mir die häufigen Abstürze unter Last doch etwas zu viel des Guten.
Ich hatte die Grafikkarte an Home of Hardware zurück geschickt.
Wenig später erhielt ich eine andere Karte.

Bei dieser zeigten sich jedoch die gleichen Probleme, nämlich Abstürze im 3d-Modus bei neueren Spielen.
Ich habe den Chipsatztreiber aktualsiert, das BIOS und verschiedene Grafiktreiber probiert.

Selbst das „begrenzen“ der Taktraten mittels Overdrive auf den Standardtakt trug keine Früchte.

Abhilfe schaffte letztlich, den GPU-Takt etwas runterzuregeln.
Ich habe ihn auf 720 Mhz gestellt (Standard: 750 Mhz) – damit läuft bislang alles absolut stabil.

Es zeigten sich bei Standardtaktraten stellenweise sogar Pixelfehler im 2d-Modus.
Diese sind vergleichbar mit Problemen, die durch Übertaktungen entstehen.

Es bleibt also festzustellen, dass meine getauschte Grafikkarte mit Standard-GPU-Takt nicht stabil läuft.
Dem sollte ja eigentlich nicht so sein😉

Support-Anfragen an ATI und Sapphire brachten nach einigen Tagen nur die üblichen vorgefertigten Antworten zu Tage.

Ich habe mich mit dem Problem an Home of Hardware gewandt.
Evtl. können die mir weiterhelfen – oder bei Sapphire nachfragen.

Diese Karte nochmals einzuschicken, wird meiner Meinung nach wenig bringen.
Ich gehe davon aus, dass die selben Fehler auch dort auftreten würden.

Wobei dieses Problem kaum verbreitet zu sein scheint. Es ist durchaus möglich, dass dies an meinem System liegt.

Update 2:

Nachdem ich mich an den Support von hoh.de gewendet habe, wurde mir mit einer Standard-Email nahegelegt, die Karte nochmals einzuschicken.

Dies tat ich dann auch. Wenig später bestätigte man mir den Empfang und wies gleichzeitig darauf hin, dass die Karte zum Hersteller zurückgesendet würde.

Es könne 4-6 Wochen dauern, bis die Karte repariert oder ersetzt werde.

Nun heißt es also abwarten.

Update 3:

Nachdem ich 6 Wochen auf eine Austauschkarte gewartet habe, ist diese endlich gekommen.

Und nach ausgiebigem testen muss ich sagen: endlich läuft alles stabil🙂

Die Karte übertaktet sich nicht mehr selbst. Einfach nur neuen Ttreiber drauf und es lief.

Na endlich !

2 thoughts on “Sapphire Radeon 4670 Ultimate – ein Erfahrungsbericht

  1. Hallo,

    ich habe GENAU dasselbe Phänomen!!! Die Karte gibt Freezes von sich. Ich hab meinen ganzen Rechner neu aufgesetzt, alles aktualisiert (Chipsatz, BISO etc.) und trotzdem findet sich das Problem wieder. Allerdings hab ich es selbst noch nicht mit nem Umtausch probiert, da mir die Zeit fehlt und ich keine 2te Grafikkarte als Ersatz da habe.

    Bist du zufällig mit dem Problem weiter gekommen? Was genau hast du gemacht, damit die Freezes weniger werden?

    Würde mich freuen, wenn du mir per Mail antworten würdest

  2. Mahlzeit!

    Die HD4760 ist ein absoluter Griff ins Klo….

    Habe zwar keine von Sapphire, aber ähnliche Effekte…

    – Weder unter Windows noch unter Linux (ATI-fglrx Treiber) kann die Karte 1920*1200 auf DVI darstellen, ohne dass das Bild dauernd schwarz wird (1920*1080 geht, sieht aber shice aus)
    – Unter Windows ist der Kartenlüfter nervig laut, die KArte ist teilweise langsamer als meine alte Geforce GT6600
    – unter Linux schmiert der X-Server permanent ab, wenn man Videos oder DVB gucken will…

    Wer also richtig gehypte und unbrauchbare HW kaufen will (bei denen selbst der Hersteller nicht fähig ist, stabile und zuverlässige Treiber bereitzustellen), bitte sofort zur HD4670 greifen…

    An die Tatsache, dass etwa 2 Jahre alte Karten vom Hersteller für Linux nicht mehr unterstützt werden, sag ich mal lieber gar nix (bei NVIDIA laufen auch alte RIVA Tnt bzw Gefprce 2MX ohne Probleme…)

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.