Abwrackprämie für Fahrräder – Aktion vom VCD – Bundesamt reagiert mit Drohungen ?

Ich bin eben auf reset.to auf einen Artikel in der TAZ aufmerksam gemacht worden.

Darin geht es um die eher spaßig gemeinte Aktion des VCD (Verkehrsclub Deutschland), beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eine Abwrackprämie für alte Fahrräder zu beantragen.

Umweltprämie jetzt!

Umweltprämie jetzt!

Das Ganze ist als Protest gegen die mehr als unsinnige und planlose Abwrackprämie für PKW seitens der Bundesregierung gedacht.

Wie ich im TAZ-Artikel lesen musste, scheint das Bundesamt nicht sonderlich amüsiert zu sein – und droht ganz unverholen mit rechtlichen Schritten und pocht auf einer sofortigen Entfernung der Aktion von den Seiten des VCD – und sogar Schadenersatz behalten sie sich vor.

Was sind denn das für Scherzkekse ? Dazu kann ich nur sagen: jetzt erst recht 😉 Ich habe direkt mitgemacht 🙂

Seitens des Bundesamtes scheint man nicht in der Lage zu sein, diese Mails herauszufiltern und entweder zu löschen oder gesondert zu behandeln. Dabei sind alle Mails mit einem Standardtext versehen. Diesen Text zu erkennen und rauszufiltern dürfte ja nicht all zu schwierig sein 😉

Wie inkompetent sind denn diese Leute und die ITler beim Bundesamt für Wirtschaft eigentlich ? Das musste ich mich beim Lesen dieser Zeilen im Artikel schon schmunzelnd fragen 😀

Ich darf mal zitieren:

“ „Unser Postfach füllt sich.“ Für die Kollegen sei es schwierig, richtige Anträge von falschen zu unterscheiden. Da helfe auch kein Spamfilter, also ein kleines Computerprogramm, mit dem unerwünschte E-Mails aussortiert werden. Jede E-Mail wird dabei automatisch nach bestimmten Wörtern durchsucht. Doch das Bafa kann keine Begriffe ausmachen, die nur die Protestler verwenden. “

Meine Meinung zu dem Thema dürfte dem Bundesamt für Wirtschaft auch nicht gefallen.

Eine Subventionierung der Abwrackung von fahrfähigen Autos durch Steuergelder – ohne irgendeine Knüpfung an Bedingungen – ist meiner Meinung nach einfach nur dämlich ! Das war wieder ein wunderbarer, unüberlegter, blödsinniger Schnellschuss seitens der Bundesregierung.

Ich halte von Subventionierungen ja grundsätzlich schon einmal sehr, sehr wenig.

Wenn diese dann aber auch an keinerlei Bedingungen geknüpft sind, dann grenzt das für mich schon ans Kriminelle !

In diesem Fall hätte man doch wunderbar darauf bestehen können, dass nur sparsame und umweltverträglichere PKW gekauft werden dürfen.

Aber nein – die Regierung ist wieder unter den Lobbyisten in den eigenen Reihen eingeknickt. Toll !

Wenn selbst die Amis, die ja in der Vergangenheit nicht so wirklich umweltpolitisch in der Neuzeit angekommen waren, 150 Milliarden Dollar in Aufbau und Entwicklung regenerativer Energiequellen stecken – aber die Deutschen, die sich ja immer gerne damit geschmückt haben, besonders umweltafin zu sein, gegenwärtig einen Blödsinn nach dem anderen raushauen – dann läuft doch irgend etwas ganz gewaltig schief in diesem Lande !

Daher wären meine Forderungen ganz klar:

  • keine unsinnige Abwrackprämie mehr
  • Begrenzung des CO2-Ausstoßes für Neuwagen und Grenzwerte für alte Fahrzeuge – mitsamt jährlicher, stufenweiser Verringerung
  • Steuer auf sämtliche CO2- und Methan-Emissionen
  • generelles  Tempolimit 120 allerorten
  • Investition in alternative Antriebstechniken – allem voran in Elektromotoren und Speichertechniken
  • weitere Erforschung und  großflächiger Aufbau von regenerativen Energiegewinnungsmethoden

Natürlich kostet das Geld – das dürfte jedem klar sein – aber welche Wahl haben wir denn langfristig ? Und unter dem Strich würde dieses Wachstum wieder die allseits geforderten Arbeitsplätze schaffen.

Ich möchte also der Bundesregierung dringend raten, sich ihrer Wirtschaftslobbyisten zu entledigen – und sich selbst gleich mit – und mal ein bisschen langfristiger und nachhaltiger zu denken, als von zwölf bis Mittag !

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