Anorexie-Blog einer Minderjährigen indiziert …

Habe gerade gelesen, dass die BPjM (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) einen Pro-Anorexie (Magersucht) Blog einer Minderjährigen gesperrt hat.

Und prompt war in Foren und auf Blogs der Aufschrei groß. Von Zensur wurde geredet und von Überwachungsstaat.

Von Umsturz und Revolution war auch die Rede. Also das übliche rumgetrolle 😉

Man sollte nicht vergessen: Indizierung entspricht nicht Zensur !

Es geht hier darum, noch in der körperlichen und geistigen Entwicklung befindliche Jugendliche vor äußeren, schädlichen Einflüssen zu schützen. Insofern empfinde ich diesen Schritt als völlig legitim. Ich kann diesen Schritt durchweg unterstützen. Als Erwachsener könnte man solche Inhalte theoretisch aufrufen. Einem Blog eine Altersverifizierung vorzuschalten, ist aber eine Herausforderung.

Ich persönlich sehe da durchaus noch andere Punkte, die man mal indizieren – und mit ner Altersverifikation versehen – sollte. So bin ich der Meinung, dass es nicht angehen kann, dass sich zwölfjährige schon aus dem Netz die härtesten Pornos und Gewaltvideos runterladen können. Einen irgendwie gearteten Altersnachweis muss man nirgends erbringen. Freiheit im Netz hin oder her, Zensur hin oder her – sowas kann nicht angehen !

Es gab vor einiger Zeit mal den Versuch, sämtliche Pornoseiten auf eine separate .xxx Toplevel Domain umziehen zu lassen. Auch mit dem Versuch den Zugang auf Erwachsene zu beschränken. Ich weiß gar nicht mehr, warum daraus nichts geworden ist. Es könnte natürlich daran liegen, dass man sich eine sichere – und möglichst anonyme – Altersnachweis-Methode hätte ausdenken müssen.

Überall seine Perso-Nummer eingeben ist – gerade mit dem Hintergrund der Datensammelwut in diesem und anderen Ländern – keine gute Idee.

Theoretisch jedoch würde ich solche Altersnachweise gut heißen – sofern sie brauchbar umgesetzt sind.

Um mal wieder zum eigentlichen Thema zurück zu kommen:

Magersucht zu unterstützen ist schon ne dämliche Idee – aber dies bei Kindern und Jugendlichen zu unterstützen ist eine um ein Vielfaches dämlichere Idee.

In dieser Entwicklungsphase dem Körper Nährstoffe vorzuenthalten – da kann nichts gutes bei heraus kommen. Dazu muss man auch nicht wirklich Medizin studieren, um sich dessen klar zu werden.

Diese Krankheit, diese psychische Störung, sollte behandelt werden und nicht im Netz – zudem von Minderjährigen – verherrlicht werden.

Und wo wir schon einmal dabei sind: könnte man bitte auf den einschlägigen 08/15 Magazinen, die man so am Kiosk kaufen kann, nicht immer magere Hochglanz-Modells zeigen ?

Dass dies kein gutes Vorbild sein kann, liegt ja wohl auf der Hand.

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