Mein Leben ohne Fernseher

Man möge es glauben – oder auch nicht – aber ich habe seit mittlerweile 5 Jahren keinen Fernseher mehr.

Meine Entscheidung fiel mir damals eigentlich recht leicht.

Es kam ohnehin nichts, was für mich wirklich notwendig oder essenziell war. Nachrichten konnte man auch schneller und ausführlicher im Internet erhalten. Von den Rundfunkzwangsabgaben wollen wir an dieser Stelle garnicht erst anfangen.

Fassen wir mal grob zusammen, was da so ständig über den Bildschirm rieselt und was ich mir – Gott sei gepriesen – nicht mehr ansehen muss.

Da wären zum Beispiel diese ganzen hirnrissigen Talkshows ala „Hilfe, ich bin geil auf meinen Papagei“. Ich verstehe durchaus, warum die gesendet werden. Sie sind ultra günstig her zu stellen und viele Menschen ergötzen sich an der Dummheit und den Problemen anderer.

Dann wären da die ganzen sinnlos Doku-Soaps. Auch eben diese sind extrem günstig zu produzieren. Letztlich nichts als überflüssiges Füllmaterial.

Die Gerichtssendungen erfuhren auch einen regelrechten Boom. Fürchterliche Laiendarsteller inszenieren maßlos überzogene Fälle, die so garnicht oder nur selten vorkommen.

Die Daily-Soaps sind auch ein beliebtes Mittel, billig Sendezeit zu verplanen. Auch hier wieder absolut talentfreie Darsteller, die für ein paar Euro Gehalt verheizt werden.

Aber selbst vor Nachrichtensendungen macht manch Sender nicht Halt. Wenn ich mir diese – nennen wir es mal spaßeshalber Nachrichten – „Sendungen“ auf RTL2 und Konsorten ansehe … Einfach nur fürchterlich. Es interessiert mich nicht die Bohne, welches Hollywoodsternchen jetzt eine Bettbeziehung mit welchem drogensüchtigen Rockmusiker hat. Ebenso wenig interessiert mich, welche Designer-Sonnenbrille gerade cool ist. Das hat nicht das geringste mit Nachrichten zu tun.

Und wenn man glauben sollte, die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten gehen mit ihren Gebühren-Millarden besser um. Weit gefehlt ! Was muss(te) ich mir da ansehen ? Unerträglich schmierige Eigenproduktionen ala Rosemunde Pilcher. Immer gleiche Darsteller mit immer wieder austauschbaren „Handlungen“. Und eigentlich muss ich ohnehin nur ein Wort sagen: Musikantenstadl. Jedwede Diskussion erübrigt sich dann direkt.

Dann waren da noch, vorzugsweise auf den ÖR (vielleicht um seriöser zu wirken ?), Polit-Talkshows. Dass diese in etwa den Informationsgehalt einer gammelnden Paprika haben,  muss ich wohl nicht extra erwähnen, oder ?

Von Sportübetragungen halte ich persönlich auch wenig bis garnichts. Wenn nicht gerade mal Deutschland im WM-Viertelfinale steht, dann lässt mich das kalt.

Würde ich jetzt von 9Live und diesen ganzen Abzock-Sendungen anfangen, dann ginge das Temperament mit mir durch ! Lassen wir das. Aber eine Anmerkung möchte ich mir nicht verkneifen: Als Gesetzgeber für Anrufe in TV-Sendungen einfach mal ne 0800er Nummer zwangsweise verordnen – Problem gelöst 😉

Die Liste ließe sich natürlich endlos fortsetzen …

Natürlich war auch nicht alles schlecht.

Ich erinnere mich an so manch interessante Dokumentation, an manch eine gut gemachte Reportage. Besonders gefallen hat mir zum Beispiel Phoenix. Dort lief häufig etwas Interessantes. Auch die ein oder andere Comedy-Sendung bei den Privaten war durchaus nicht schlecht.

Das war jedoch unterm Strich zu wenig.

Zum Schluss muss ich sagen: Ich brauchs nicht. Ich vermisse es nicht. Und Fernsehserien gibts immernoch – als DVD 😉

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Ein Kommentar zu “Mein Leben ohne Fernseher

  1. Ich kann dich gut verstehen. Ich schau auch so gut wie gar nicht mehr fern, obwohl ich so eine Kiste noch bei mir ‚rumstehen hab. Manchmal gewinn ich den Eindruck, als ob all diese primitiven Billigproduktionen von oben gesteuert werden, um die „breite Masse“ vom Nachdenken abzuhalten.

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